Porträt des Tages - Gurtenbahn
Mit der eigenen Bahn ans Gurtenfestival

Gurtenbahn
Gurtenbahn: Die Standseilbahn verbindet die Stadt Bern und ihren Hausberg.Quelle: Gurtenbahn Bern AG

Nicht nur am Gurtenfestival wird die Bahn auf den Berner Hausberg rege genutzt. Inzwischen geniessen pro Jahr über eine Million Personen die Fahrt auf den Gurten. Der Liebhaberwert erfreut aber auch die Aktionäre.

Von Roberto Stefano
am 28.03.2019

Einmal im Jahr, während dem schweizweit bekannten Gurtenfestival, bilden sich Warteschlangen an der Talstation der Gurtenbahn. Dann drängen sich die Eventbesucher mit Sack und Pack in die Standseilbahn, um oben auf dem Berner Hausberg während mehreren Tagen in ausgelassener Stimmung einem abwechslungsreichen Konzertprogramm beizuwohnen.

Das Berner Naherholungsgebiet ist bei der Bevölkerung allerdings nicht nur in diesen Sommertagen sehr beliebt. Inzwischen transportiert die Gurtenbahn über eine Million Fahrgäste pro Jahr auf 858 Meter über Meer. Bereits 2017 erreichte das Bahnunternehmen damit eine neue Rekordmarke, die angesichts des blendenden Wetters von Mai bis Oktober 2018 auch im vergangenen Geschäftsjahr wiederum übertroffen werden dürfte.

"Park im Grünen" feiert 2019 Jubiläum

Für den Besucheransturm sorgen neben der intakten Natur auch ein umfangreiches Freizeitangebot mit Spielpark, Sommerrodelbahn, Kleineisenbahn und Kugelbahn für die Kleinen sowie Kunst und Restauration für die grossen Gäste. Am Wochenende vom 18. und 19. Mai 2019 steht dieses Jahr zudem ein Jubiläum an. Gefeiert wird dann die Eröffnung des "Park im Grünen" auf dem Berner Hausberg, welcher am 19. November 1999 eröffnet wurde. 

Die Beliebtheit bei den Gästen schlägt sich auch positiv auf die Zahlen der Aktiengesellschaft der Gurtenbahn Bern nieder. Im Geschäftsjahr 2017 erreichte das Unternehmen einen Betriebsertrag von 4,49 Millionen Franken (+2 Prozent gegenüber dem Vorjahr) sowie ein Betriebsergebnis von 417'396 Franken (+11 Prozent VJ). Damit setzte das Unternehmen den seit 2009 anhaltendend Aufwärtstrend fort. Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 werden im Frühling veröffentlicht. 

Liebhaberaktie und keine Kapitalanlage

Trotz der steigenden Gewinne dürften die Aktionäre kaum in den Genuss einer Dividendenzahlung kommen. Aufgrund der grossen getätigten Investitionen in Zusammenhang mit der Bahnsanierung hat die Gurtenbahn bisher keine Dividenden bezahlen können, hiess es bereits im Vorjahr seitens des Unternehmens. Und auch in Zukunft sind weitere Erneuerungen geplant. So sollen in den kommenden Jahren die Talstation saniert und die Streckenausrüstung sowie die Steuerung modernisiert werden. Allfällige Gewinne der Gesellschaft werden entsprechend für diese Investitionen zurückgehalten. Bisher sind die Gurtenbahn-Aktien Liebhaberaktien und nicht eine Kapitalanlage, schreibt dazu das Unternehmen.

Gratisfahrt auf den Gurten mit Essen an GV

Die privaten Aktionäre (über 10 Prozent der Wertpapiere befinden sich in privater Hand) der Gurtenbahn gehen dennoch nicht leer aus. Anlässlich der Generalversammlung erhalten sie eine Gratisfahrt auf den Gurten (10.50 Fr. ohne Halbtax) sowie ein Essen auf dem Berner Hausberg.

 

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