Es ist der wohl unangenehmste Brief, den der Vereinspräsident je an seine Mitglieder, Sponsoren, Trainer und Supporter verschicken musste. «Im Namen des Vorstandes des FC Härkingen habe ich die äusserst unangenehme Aufgabe, Euch darüber zu informieren, dass unser geliebter Verein von einem massiven Vermögensdelikt betroffen ist», schreibt Matthias Heim darin. Der Kassier des Fussballclubs habe über Jahre Gelder veruntreut.

Der Betrug des Kassenwarts flog um Weihnachten auf. Es fiel auf, dass Zahlungen verbucht wurden, aber nie beim Empfänger ankamen. Der Betrüger stellte sich auf Druck des Vereins nun vergangene Woche der Polizei, wie die Boulevardzeitung «Blick» meldet. Der Mann hatte Belege und Dokumente gefälscht, um bei den Revisoren nicht aufzufallen. Mit dem Geld hat er Schulden aus Sportwetten beglichen.

Seit vielen Jahren und mit grossem Engagement aufgebaut

Der genaue Verlust kann derzeit nicht beziffert werden. Der Schaden belaufe sich aber «auf einen tiefen sechsstelligen Betrag», so Heim. Das ist für den FC Härkingen hart. «Ein Grossteil unseres seit vielen Jahren und mit grossem Engagement aufgebauten Vereinsvermögens ist vernichtet.» Der Spielbetrieb sei deshalb aber nicht gefährdet. Dem Ex-Kassier drohen nun gemäss Strafgesetzbuch eine «Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe».