Amazon erwartet in diesem Jahr keine Geschenke unter dem Weihnachtsbaum. Der Online-Händler stellte am Donnerstag für das laufende vierte Quartal einen Umsatz von 140 bis 148 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten hofften bislang aber auf rund 155 Milliarden. Gleichzeitig warnte das Unternehmen wegen steigender Kosten vor einem möglichen Gewinneinbruch.

Das operative Ergebnis werde voraussichtlich bei null bis vier Milliarden Dollar liegen, nach 3,5 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Amazon-Aktien brachen im nachbörslichen US-Geschäft um 19 Prozent ein, so stark wie zuletzt vor gut 16 Jahren.

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Höhere Gebühren brachten keinen Erfolg

Die Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Quartal konnte ebenfalls nicht überzeugen. Obwohl Amazon die Beiträge für die Prime-Mitgliedschaft und andere Gebühren anhob und in diesem Jahr statt einem gleich zwei Sonder-Verkaufsaktionen hatte, bliebt der Umsatz mit 127,1 Milliarden Dollar knapp hinter den Erwartungen zurück.

Das Cloud-Geschäft wuchs zwar um 28 Prozent, enttäuschte mit Erlösen von 20,5 Milliarden Dollar aber ebenfalls. Lediglich der Gewinn lag mit 2,9 Milliarden Dollar über den Prognosen.

Neueinstellungen sollen zurückgefahren werden

Als Reaktion auf die trüben Aussichten kündigte der neue Amazon-Chef Andy Jassy eine strenge Kostenkontrolle an. Seinem Finanzchef zufolge stellt sich der Konzern auf schwächeres Wachstum ein und hält sich mit Neueinstellungen zurück. Den Ausverkauf bei Amazon-Aktien konnte dies am Abend aber nicht aufhalten.

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