Die Finanzierungstätigkeit von Schweizer Startups ist von der Coronakrise kaum beeinträchtigt worden. Im ersten Halbjahr 2020 wurden laut einer Erhebung insgesamt 760 Millionen Franken in Startups investiert. Das lag zwar gut ein Drittel unter dem Resultat des Rekordjahres 2019, die Summe sei aber im Mehrjahresvergleich hoch.

Zudem nahm die Zahl der Finanzierungsrunden im erstem Semester 2020 klar zu: Insgesamt gab es seit Jahresbeginn 105 solcher Runden und damit 20 mehr als noch im Vorjahreszeitraum, wie dem am Dienstag publizierten «Swiss Venture Capital Report» der Investorenvereinigung Seca und des Portals «startupticker.ch» zu entnehmen ist.

Der Rückgang bei der investierten Gesamtsumme - im ersten Semester 2019 waren noch 1,18 Milliarden Franken in Schweizer Startups investiert worden - lag vor allem am Fehlen von «Megafinanzierungsrunden»: So hatte es im ersten Semester 2019 noch drei Finanzierungsrunden im dreistelligen Millionenbereich gegeben. Im ersten Halbjahr 2020 kam die grösste Finanzierungsrunde dagegen noch auf 77 Millionen. Es handelte sich um das Zürcher IT-Unternehmen Scandit.

Schweizer Kapitalgeber verdoppeln Anteil

Auswirkungen hatte die Corona-Krise gemäss der Erhebung vor allem auf die Zusammensetzung der Investoren. So stammten im ersten Halbjahr 2020 fast die Hälfte (46%) der investierten Gelder von Schweizer Kapitalgebern, während es in den vergangenen zehn Jahren nur knapp ein Viertel (23%) gewesen war. Die zunehmende Bedeutung der Schweizer Investoren sei aber wohl auch den in den letzten Jahren hierzulande entstandenen neuen Fonds zu verdanken, erklärten die Studienautoren vor den Medien.

Deutlich abnehmend war vor allem der Anteil der US-Gelder. War die USA in den vergangenen Jahren mit über einem Drittel der Gesamtsumme jeweils wichtigster Investor, so sank der Anteil der US-Investoren auf 25 Prozent. Dies dürfte auch das Fehlen von «Megafinanzierungsrunden» erklären, bei denen internationale Investoren in der Vergangenheit sehr bedeutend waren.

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Investoren sind optimistisch

Für die Zukunft bleiben die Schweizer Investoren optimistisch, wie einer Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern zu entnehmen ist. Gemäss den Resultaten rechneten die Kapitalgeber zwar mit Verzögerungen beim Fundraising. Drei Viertel der Befragten waren aber der Auffassung, dass die Investments in Schweizer Startups schon 2021 auf das Rekordniveau von 2019 zurückkehren würden.

(awp/gku)