Der Erfinder, Peter Maskus, nennt ihn einen Streamliner. Tatsächlich hat der Acabion optisch kaum noch Ähnlichkeit mit einem Auto. Eher mit dem Vorderteil eines Flugzeugs, das auf zwei Rädern fährt. Das allerdings erst ab 30 Kilometern pro Stunde. Bei tieferer Geschwindigkeit fahren stufenlos zwei Stützräder aus, genannt Landefahrwerk, die den Acabion auch in Kurven sicher halten. Im Inneren arbeitet ein per Turbo aufgeladener Töffmotor von Suzuki, der 360 PS leistet. Auf Kundenwunsch kann er auch 700 PS liefern, sagt Maskus.

So viel dürfte kaum notwendig sein: Schon die Grundversion treibt das Fahrzeug dank dem niedrigen Gewicht (360 Kilogramm) und der strömungsgünstigen Karosserie auf imposante 450 Kilometer pro Stunde. Die Beschleunigung lässt jeden Rennwagen alt aussehen, der Spritverbrauch kann je nach Motorisierung auf drei Liter pro 100 Kilometer sinken – und das bei Tempo 200! Im Stadtverkehr übernimmt ein Elektromotor. Zwei Erwachsene mit Gepäck haben Platz. Die Sitzposition sei «wie auf einer Le-Corbusier-Liege».

Das «Individualfahrzeug der nächsten Generation» nennt Maskus sein Baby. Im Herbst 2006 erwartet er die Strassenzulassung für den Acabion. Mit seiner Geschäftspartnerin Lenka Mikova hat Maskus runde 45 Millionen Franken in den Acabion investiert. Bei Mikovas Firma in Luzern liegt die Projektleitung. Maskus ist Berater für Automobilhersteller und hat Bionik, Fahrzeug- und Luftfahrttechnik studiert. Viele Elemente am Acabion stammen aus dem Flugzeugbau. Noch dieses Jahr sollen die ersten Fahrzeuge an Kunden gehen; den Preis kalkuliert Maskus mit 500 000 Euro – auch in Serienfertigung werde der Acabion teuer bleiben. In einigen Jahren soll eine Zweitmarke für die Massenproduktion gegründet werden. Deren Fahrzeuge könnten für 45 000 Franken zu erwerben sein. Der Acabion dürfte am Genfer Autosalon dem etablierten Schweizer Autoveredler Rinspeed die Schau stehlen. Auch Rinspeed stellt eine futuristische Studie vor, bleibt aber beim traditionellen Vierradkonzept. DRU