Ein starker Schweizer Brand verschwindet. Seit 2015 gehört die grösste heimische Onlineplattform für Essensbestellungen ganz der britischen Just Eat. Der Mutterkonzern hat nun beschlossen, den Namen Eat.ch ganz zu streichen. Ab September beginnt eine Übergangsfrist, die von der Marketingkampagne «Eat.ch by Just Eat» begleitet werden soll. Ab 2018 soll der Schweizer Bezug im Namen schliesslich ganz wegfallen.

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«Der Name des lokal gegründeten Unternehmens geht in der internationalen Dachmarke auf», bestätigt Eat.ch-Chef Dominic Millioud, der 2007 von den Gründern Reto Graf, Lukas Weder und Alex Gouk als erster Angestellter in die Firma geholt wurde. Wegen des Wiedererkennungseffektes mache der Namenswechsel absolut Sinn. Die Website erscheint in den nächsten Tagen im neuen Markenkleid, die Velokuriere von Notime fahren teilweise schon heute mit Rucksäcken und Kühltruhen, auf denen das Just-Eat-Signet prangt.

Schweiz hinkt hinterher

Zahlen zur Marktdominanz von Eat.ch gibt es nicht. Es wird geschätzt, dass jede dritte Onlinebestellung für Essen heute über deren Plattform abgewickelt wird. Und dass die Firma der einzige Schweizer Foodlieferant ist, der auch Geld verdient. Im Vergleich zu Nordeuropa ist die Schweiz hier aber noch ein Entwicklungsland.

Gegründet wurde der Mutterkonzern 2000 in Dänemark vom damals 24-jährigen Jungunternehmer Jesper Buch. Sechs Jahre später siedelte er die Firma nach London um, wo sie seit 2014 an der Börse ist. Im Rahmen einer europäischen Einkaufstour beteiligte er sich 2011 an Eat.ch. Das Engagement war mit der Aussicht auf ein Management Buyout für 2015 verbunden, sofern bis dann die Zahlen stimmten. Und sie stimmten.