Was sehr lange währt, wird endlich gut: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) lanciert ihre neuen Banknoten. Als erste neue Note wird im April 2016 die 50-Franken-Note herausgegeben, im Jahr 2017 soll dann die 20-Franken-Note folgen.

Die weiteren Noten würden anschliessend mit einem Abstand von einem halben oder einem Jahr emittiert, teilten die Schweizer Währungshüter am Freitag mit. Die Emission der gesamten neuen Serie soll 2019 abgeschlossen sein.

Der Wettbewerb fand bereits 2005 statt

Mehrfach hatte sich die Auslieferung der neuen Schweizer Banknoten. Ürsprünglich war eine Emission im Herbst 2012 vorgesehen, diese dann auf 2015 in Aussicht gestellt worden. Produziert werden die Noten von Orell Füssli. Die Industrie- und Buchhandelsgruppe stellt seit Beginn des 20. Jahrhunderts das Schweizer Papiergeld her. Auch andere Länder lassen Noten bei Orell Füssli drucken. Das Unternehmen hält die Identität seiner Kunden aber geheim.

Die 1979 geborene Manuela Pfrunder entwirft das neue Schweizer Geld. Sie hatte 2005 beim Ideenwettbewerb der Nationalbank für die neuen Banknoten den zweiten Platz erreicht. Als Grundthema der neuen Serie wurde die «weltoffene Schweiz» gewählt. «Die Schweiz sollte als Ganzes dargestellt werden, offen gegenüber der Welt und als Begegnungsstätte für die Welt.»

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Historische Personen werden verschwinden

Die Entwürfe der jungen Designerin Pfrunder erwiesen sich gemäss SNB als besonders geeignet für die Realisierung (hier die Entwürfe des Wettbewerbsiegers Manuel Krebs aus Zürich). Aber auch Pfrunders Entwürfe wollte die Nationalbank in gestalterischer und technischer Hinsicht noch grundlegend überarbeiten. Wie die Noten definitiv aussehen werden, ist noch nicht bekannt. Mit der neuen Serie kehrt die SNB der Darstellung von historischen Personen auf den Banknoten den Rücken.

Gleich bleiben werden auf jeden Fall die Notenwerte (10, 20, 50, 100, 200 und 1000 Franken) und deren Farben. Die Zehnernote wird also weiterhin gelb, die 50er-Note grün sein. Allerdings sollen die Scheine etwas kleiner werden.

Anfänglich für 2010 geplant

Nach dem ursprünglichen Zeitplan sollte schon längst mit den neuen Noten gezahlt werden. Der Termin für die Lancierung der Serie war beim Projektstart im Jahr 2005 auf 2010 festgelegt worden. Doch wegen technischer Probleme verzögerte sich der Termin mehrmals.

Bereits nach ersten Produktionstests im Jahr 2010 war die Ausgabe auf Herbst 2012 verschoben worden. Im Herbst 2011 traten in einer frühen Phase der Serienproduktion weitere technische Schwierigkeiten auf. In der Folge wurde die Ausgabe der neuen Banknoten erneut um mindestens ein Jahr hinausgeschoben. Orell Füssli machte dafür Probleme bei einem Lieferanten verantwortlich.

Die Anforderungen an die Notenserie sind sehr hoch

Im Dezember 2012 teilte die SNB mit, dass mit den neuen Banknoten frühestens im Jahr 2015 zu rechnen sei. Im selben Jahr sorgte zudem eine Panne in der Schweizer Banknotenproduktion für Aufsehen: Während der Produktion wurden 1800 halbfertige Tausendernoten gestohlen.

Eine neue Banknotenserie muss laut SNB bis 15 Jahre nach ihrer Emission sehr hohe sicherheitstechnische, qualitative und produktionstechnische Anforderungen erfüllen. Daher lohne es sich genügend Zeit zu investieren, damit sich die komplexen, technologisch neuen und bisher auf Banknoten noch nicht zur Anwendung gelangten Sicherheitsmerkmale auch im industriellen Produktionsprozess bewährten, teilten die Notenbanker als Gründe für die Verzögerung mit.

Die SNB hielt Orell Füssli trotz aller Schwierigkeiten aber stets die Stange. Sie bekräftigte jeweils, die Verzögerungen könnten ohne Bedenken erfolgen, weil die heutigen Banknoten anhaltend hohe Sicherheitsstandards erfüllten.

Fälschungen wenig attraktiv

Die neuste Notenserie wird die bisher neunte sein. Die letzten Serien zeichnen sich durch benutzerfreundliche und maschinenlesbare Formate sowie besondere Prägungen für Sehbehinderte aus. Dank verschiedener Sicherheitselemente konnte der Fälschungsschutz verbessert werden.

Die Massnahmen zeigen Erfolg. Bei den gefälschten Schweizer Banknoten blieben die Zahlen im vergangenen Jahr gemäss dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) auf tiefem Niveau stabil - im Gegensatz zu den gefälschten Fünflibern.

Das Fälschen von Schweizer Banknoten sei für professionelle Fälscher schlicht nicht attraktiv, weil der Währungsraum zu klein sei und die Sicherheitsmerkmale schwierig zu kopieren, hiess es damals beim Bund. Professionell im Offsetdruckverfahren produzierte Fälschungen seien schon seit Jahren nicht mehr aufgetaucht.

(awp/sda/red)