Beim Halbleiterhersteller AMS streitet der texanische Geschäftsführer mit dem österreichischen Verwaltungsrat über die Firmenstruktur. Die Aufseher wollen die Führungsspitze auf drei Köpfe erweitern. Grund dafür ist die mittlerweile zu grosse Abhängigkeit vom Firmenchef John Heugle.

Bisher waltete der Firmenchef quasi im Alleingang – und hatte Erfolg. Er konnte den Umsatz fast verdoppeln und sorgte bei den an der Schweizer Börse kotierten AMS-Aktien für ein Kursfeuerwerk. Auch die Integration der grössten Firmenübernahme in der Geschichte von AMS in den USA verlief laut dem Verwaltungsrat vorbildlich.

Die daraus resultierende Dominanz der Amerikaner in der Gruppe bereitet den europäischen Verwaltungsräten am Hauptsitz in Österreich jedoch Kopfzerbrechen. Inhaltliche Diskussionen und damit verbundene kulturelle Differenzen müssten demnach «die Europäer schlichten». Laut Unternehmenskreisen befürchtet Heugle eine Einschränkung seiner Entscheidungsgewalt bei neu drei Geschäftsleitern.

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Auch beim Salär konnten sich die beiden nicht mehr einigen. Heugle verdiente zuletzt 1,2 Millionen Euro. Der Verwaltungsrat war bereit, ordentlich draufzulegen. Doch «es gibt Grenzen», wie es ein  VR-Mitglied gegenüber der «Handelszeitung» formuliert. Nun wird Heugle spätestens Februar 2014 das Unternehmen verlassen. Die Suche nach einem Nachfolger hat bereits begonnen.