Eberhard & Co. wird 2018 nicht mehr an der Baselworld präsent sein. Dies bestätigte Mario Peserico, CEO der Schweizer Uhrenmarke, gegenüber dem Wirtschaftsmagazin BILANZ. Der in Biel domizilierte Brand vermisse eine Vision und ein klares Signal für eine qualitativ bessere Gestaltung der Uhrenmesse. Zudem stünden die Kosten, für Eberhard jeweils total rund 1 Million Franken, in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen.

Auch die Preise rund um die Ausstellung seien übertrieben, kritisiert Peserico. Für ein Hotelzimmer, das regulär 110 Franken koste, bezahle man mitunter während der Messe 300 Franken. «Das ist einfach stossend.»

Andere Anbieter wollen ebenfalls nicht an die Baselworld

Eberhard ist nicht die einzige Marke, die der Baselworld den Rücken kehrt. Auch Louis Erard will nicht mehr mitmachen, und vor einiger Zeit hat Hermès bestätigt, künftig am Genfer Uhrensalon SIHH Präsenz zu zeigen statt an der Baselworld. Mit Ulysse Nardin und Girard-Perregaux waren zuvor die Marken des Kering-Konzerns in die Rhonestadt entschwunden.

Gegenüber BILANZ sagte auch Bulgari-CEO Jean-Christoph Babin, er stelle die Teilnahme an der Uhrenmesse  «regelmässig in Frage». Sogar die Baselworld selber rechnet gemäss Mitteilung mit einer «wesentlich verkleinerten Ausstellerzahl». Schon dieses Jahr war die Teilnehmerzahl von 1500 auf 1300 geschmolzen

Messe noch nicht gefährdet

Noch ist die Messe nicht wirklich gefährdet. Solange Marken wie Rolex, Patek Philippe sowie Omega und die anderen Swatch-Group-Marken vertreten sind, lebt Baselworld und hat Gewicht. Hier ist, wie es etwa Patek Philippe jüngst bestätigte, ein Wechsel «nicht auf der Agenda».