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Auszahlung
Banken geben keine Euros mehr heraus

Euroschein aus dem Bankomaten: Nicht überall war das mehr möglich.   Keystone

Der Kurs der Einheitswährung spielt verrückt. Darauf reagieren Schweizer Geldhäuser. Einige stoppten zumindest zeitweise den Verkauf von Euro. Bei anderen drohen die Noten auszugehen.

Von Marc Iseli und Stefan Eiselin
am 15.01.2015

Wer derzeit am Bankenschalter oder am Bankomaten Euros beziehen will, hat nur  manchmal Erfolg. Diverse Schweizer Banken haben die Ausgabe gestoppt – zumindest vorübergehend. «Am Devisenmarkt fand heute früh keine adäquate Preisbildung statt», sagt Postfinance-Sprecher Johannes Möri. Man habe nach dem Entscheid der SNB den Devisenhandel vorübergehend ausgesetzt.

Am Nachmittag waren der telefonische Handel und der E-Finance-Kanal wieder geöffnet. Gegen Abend gaben auch die Postomaten wieder Euro aus. Nur wer an Postschaltern mit Euro bezahlen oder Euro beziehen wollte, musste bis Freitag warten. Die Nachfrage nach Euro und anderen Fremdwährungen sei deutlich höher gewesen als üblich, sagte Möri.

Auch die Valiant-Bank stoppte am Morgen den Devisenverkauf. «Die Volatilität war einfach zu gross. Wir wollten uns und die Kunden so schützen», sagt Sprecher Stephan Michel. Seit 13:30 Uhr könnte man an den Automaten der Post-Finanztochter nun aber wieder Euro kaufen.

ZKB und Raiffesien stoppen nicht

Bei der UBS bietet man weiterhin Euros an. «Die Wechselkurse werden regelmässig aktualisiert», erklärt eine Sprecherin. Aufgrund der hohen Nachfrage könne man aber nicht ausschliessen, dass es an einzelnen UBS-Bancomaten keine Euros mehr gebe.

Auch anderswo bekommt man noch Europa-Geld – sofern es noch hat. Die Kurse würden halbstündlich aktualisiert, sagt ZKB-Sprecherin Evelyne Brönnimann. Daher erhalte man am Schalter oder Bankomaten auch noch Euro. Auch die Credit Suisse hat heute ohne Unterbrechung Euro ausgezahlt. Bei Raiffeisen gibt es ebenfalls «keine generelle Anweisung» zur Einschränkung des Euro-Bezugs, so ein Firmensprecher.

Fester Kurs bei SBB-Automaten

Auch die SBB stellte in ihren Wechselstuben ein erhöhtes Kundenaufkommen fest, wie Sprecher Daniele Pallecchi sagte. Der Zulauf habe sich laufend verstärkt, seit die Nationalbank am Morgen die Aufgabe des Euro-Mindestkurses bekanntgegeben habe.

Keine Kursanpassung gab es bei den SBB-Billettautomaten, an denen ebenfalls mit Euro bezahlt werden kann. Sie blieben am Donnerstag bei 1.23 Franken pro Euro, wie Pallecchi sagte. Angesichts der Turbulenzen plane die SBB, die Automaten in der Nacht auf Freitag auf den 1:1-Kurs umzustellen.

(Mit Material von sda,awp)

 

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