Das Fintech-Unternehmen Ant Financial gab am Dienstag den Startschuss für eine Platzierung an den Börsen in Hongkong und Shanghai. Im Wertpapierprospekt nannte der Betreiber des Online-Bezahldienstes Alipay allerdings weder den konkreten Zeitpunkt noch ein Volumen. Die Alibaba Group hält ein Drittel an Ant. 

Laut früheren Informationen von Insidern peilt Ant ein Emissionsvolumen von mehr als 20 Milliarden Dollar an, Medienberichten zufolge könnten es sogar 30 Milliarden Dollar werden. Damit wäre es der grösste Börsengang aller Zeiten. Den bisherigen Rekord hält der saudi-arabische Ölkonzern Saudi Aramco, der im vergangenen Jahr 29,4 Milliarden Dollar einsammelte. 

Mehr 200 Milliarden Dollar wert

Ant Financial wurde zuletzt mit mehr als 200 Milliarden Dollar bewertet und ist damit das am höchsten bewertete Fintech-Unternehmen der Welt. Mit Alipay betreibt Ant den dominierenden Bezahldienst in China und bietet über die Apps auch Kredite, Versicherungen und Vermögensmanagement-Dienste an. 

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Im ersten Halbjahr erwirtschaftete Ant Financial laut Wertpapierprospekt einen Betriebsgewinn von umgerechnet rund drei Milliarden Euro nach gut 500 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2019. Der Umsatz stieg um 38 Prozent auf umgerechnet neun Milliarden Euro.

Credit Suisse investierte 100 Millionen Dollar

Profiteur könnte die Credit Suisse sein, in zweifacher Hinsicht. Die CS hat in der letzten Finanzierungsrunde fast 100 Millionen Dollar in Ant investiert, wie Bloomberg kürzlich berichtete. Das könnte sich nun ausbezahlen. Die CS, die häufig als Beraterin bei Geschäften im gesamten Jack-Ma-Imperium fungiert, tätigte die Kapitalanlage offenbar während der Mittelbeschaffung von Ant im Jahr 2018. Die Credit Suisse wird mit dem Investment einen gehöhrigen Buchgewinn erzielen, wenn die angebotenen Aktien auf eine starke Resonanz stossen - was zu erwarten ist. 

Zum anderen ist die CS laut Medienberichten in das IPO von Ant involviert. Sie gehört allerdings nicht zu den führenden Banken beim Prozess. Ihr wurde eine Juniorrolle zugedacht.

Grafik der Woche: Die Ameise über den Elefanten

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(reuters/dhü/gku)

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