Der defizitäre Billigflieger Norwegian Air bittet seine Gläubiger um Geduld und will die Rückzahlung von Anleihen um bis zu zwei Jahre verschieben. Im Gegenzug sollen wertvolle Start- und Landeplätze am Flughafen London Gatwick als Sicherheit gestellt werden, teilte der Konzern am Montag mit. Während sich das operative Geschäft der verschuldeten Fluggesellschaft seit Mitte Juli verbessert habe, habe sich das Betriebskapital in diesem Jahr verringert. Als Grund nannte das Unternehmen anhaltende Triebwerksprobleme und das Flugverbot für seine Maschinen vom Typ Boeing 737 Max.

Die Unternehmensanleihen, die im Dezember 2019 und August 2020 mit einem ausstehenden Gesamtbetrag von 380 Millionen Dollar fällig werden, sollen bis November 2021 und Februar 2022 verlängert werden, wenn die Gläubiger dem zustimmen.

Norwegian hat den Markt für Langstreckenflüge mit transatlantischen Billigtarifen erschüttert, ihre rasante Expansion aber mit hohen Verlusten bezahlt und Schulden angehäuft. Norwegian-Air-Mitgründer Björn Kjos hatte im Juli überraschend seinen Rückzug von der Spitze des Billigfliegers angekündigt. Analysten sagten, der Weggang des charismatischen Managers könne den Verkauf der Fluggesellschaft erleichtern. Die Airline betonte nun, Verhandlungen zur Beteiligung eines externen Investors an Teilen der Flugzeugflotte würden fortgesetzt.

Boeing gegen Airbus: Die Karten werden neu gemischt

Im Duell der Luftfahrtkonzerne schien Boeing davonzuziehen. Nun stecken die Amerikaner in der Krise. Ein Vergleich in Grafiken. Mehr dazu lesen Sie hier.

Konsolidierung in der Branche?

Spekulationen über eine bevorstehende Konsolidierung in der Luftfahrtbranche liessen die Aktien europäischer Fluglinien wie Lufthansa, Ryanair oder der BA-Mutter IAG um rund ein Prozent steigen. Die Aktien von Norwegian Air legten zeitweise sogar mehr als drei Prozent zu.

(reuters/gku)