Die BLS erlitt im letzte Jahr einen Verlust von 50,8 Mio. Franken. Denn zum einen führten die Lockdowns zu einem massiven Publikumseinbruch: Waren 2019 noch 68 Millionen Personen mit BLS-Zügen, -Bussen und -Schiffen unterwegs, so reisten im letzten Jahr nur noch 51 Millionen Passagiere mit dem Unternehmen. Die Billeteinnahmen sanken damit um 44 Millionen Franken.

Den grössten Teil des BLS-Konzernverlusts verantwortet denn auch das Geschäftsfeld Personenmobilität mit 49 Millionen Franken; dazu gehören der Regionalverkehr mit Bahn und Bus, der Fernverkehr, die Schifffahrt und der Autoverlad. Auf die anderen drei Geschäftsfelder – Infrastruktur, Güterverkehr und Immobilien – wirkte sich die Corona-Pandemie weniger stark aus.

Das Gewicht der Altlasten

Ein weiteres Problem: Die Aufarbeitung der früheren fehlerhaften Offerterstellung der BLS belastet die Jahresrechnung 2020. Zwar wurden die zu hohen Abgeltungen für die Jahre 2012 bis 2018 – über knapp 40 Millionen Franken – bereits in der Jahresrechnung 2019 zurückgestellt. Mit dem Bund und den Kantonen vereinbarten die BLS AG und ihre Tochtergesellschaft Busland AG nun aber die Rückzahlung von insgesamt 49 Millionen Franken (inklusive Zinsen und Anteil Vorsteuerkürzungen).

Weiter musste die BLS verschiedene Sachverhalte im Abgeltungswesen bereinigen, die von der Eidgenössischen Finanzkontrolle kritisiert worden sind. Auch deshalb wurden in der Jahresrechnung 2020 Rückstellungen und Korrekturen vorgenommen. 

Auf der anderen Seite habe die BLS im letzten Jahr 13 Millionen Franken eingespart sowie auf mehrere Millionen Franken an Fremdleistungen verzichtet, so die Mitteilung weiter. Auch hat die BLS Reserven in der Höhe von 18 Millionen Franken aufgelöst.

Am Ende verblieb im abgeltungsberechtigten Regionalverkehr ein Verlust von knapp 11 Millionen Franken. Um dieses Minus zu decken, hat die BLS beim Bund ein Gesuch über 9,7 Millionen Franken an Unterstützung eingereicht. Weitere Gesuche drehen sich um die Verluste der Schifffahrt (4,1 Millionen) und des Autoverlads am Simplon (1,4 Millionen Franken).
 

(rap)