Ein halbes Jahr ist Grégoire Poux-Guillaume als Sulzer-CEO im Amt, jetzt drückt der Franzose dem Winterthurer Industriekonzern seinen Stempel auf. Intern ist ein wichtiger Personalentscheid gefallen. Für den demnächst in Pension gehenden César Montenegro soll der deutsche Michael Streicher die Leitung der Division Pumpen übernehmen, die über die Hälfte des Sulzer-Umsatzes (2015: 2971 Millionen Franken) ausmacht. Der Deutsche arbeitet bereits seit 1994 bei Sulzer, derzeit als EMEA-Chef für das Pumpgeschäft und als weltweiter Leiter für Ersatzteile, Retrofit und das Nukleargeschäft.

Wann der 63-jährige US-Venezolaner Montenegro in Pension geht, ist noch nicht entschieden. «Er kann hier arbeiten, solange er möchte», sagt Poux-Guillaume. Den Nachfolger anzukündigen, wenn der Termin des Abgangs noch nicht einmal feststeht, ist allerdings ungewöhnlich. Das sorge für Stabilität, sagt Poux-Guillaume. «Und wir wollen Michael nicht verlieren.»

Änderungen bereits an mehreren Stellen

In den vergangenen Wochen hat Poux-Guillaume die Konzernleitung bereits an mehreren Stellen um­gebaut: Strategiechef Fabrice Billard, der für die Umsetzung des Sparprogramms «Sulzer Full Potential» zuständig war, musste gehen und wird nicht ersetzt. Dafür besetzt Poux-Guillaumes Landsmann Frédéric Lalanne die neu geschaffene Stelle des konzernweiten Verkaufs- und Marketingchefs. Diese Funktion gab es bisher erst zwei Ebenen tiefer in den Geschäftseinheiten.

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Peter Alexander, Leiter der krisengeschüttelten Division Rotating Equipment, geht ebenfalls demnächst in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist Daniel Bischofberger, der von ABB kommt. Auch die dritte Sparte, Chemtec, ist unter neuer Leitung: Weil der planmäs­sige Chef Oliver Bailer aus familiären Gründen eine Auszeit nimmt, führt dessen Stellvertreter Torsten Wintergerste derzeit die Division. «Ich erwarte Oliver zurück, aber nicht vor September», sagt Poux-Guillaume.

Dass Sulzer sehr viele langjährige Mitarbeiter hat, sieht der neue CEO nicht nur positiv: «Loyalität ist gut. Andererseits denken viele, es gebe nur den Sulzer-Weg, Probleme anzugehen.» Bei Neubesetzungen im Sulzer-Kader achtet er auf eine Balance zwischen internen und externen Leuten.

 

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