Es ist eine unkonventionelle Idee: Leitende Investmentbanker könnten an ihrer Sparte als Miteigentümer beteiligt werden. Diesen Vorschlag  haben Verwaltungsräte der Credit Suisse ins Spiel gebracht, um als kostengünstige Möglichkeit Leistungsträger an die Bank zu binden.

Diese Option brachten die Verwaltungsratsmitglieder Michael Klein und Blythe Masters bei einer Konferenz des globalen Top-Managements der Investmentbank ein, wie Bloomberg berichtet. Einige Teilnehmer schlossen daraus, dass die Bank eine Ausgliederung der Beratungs- und Underwriting-Sparte in Erwägung ziehe.  

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Wie eine solche Idee im Details aussehen könnte, wurde von den Verwaltungsräten nicht ausgeführt. Ebenfalls unklar ist, wie ernsthaft die diesbezüglichen Erwägungen sind. 

Investmentbank der Credit Suisse vor ungewisser Zukunft

Die Credit Suisse wälzt derzeit Pläne für ihre Investmentbank, nachdem sie den Aktionären versprochen hatte, die Verluste schreibende Einheit zu verkleinern und auf ein weniger kapitalintensives Geschäftsmodell umzustellen. Es existieren Gerüchte, wonach bis zu 4000 Jobs bei der Schweizer Grossbank wegfallen könnten.

In den letzten zwei Jahren hat die Credit Suisse mehr als 60 leitende Dealmaker verloren, obwohl sie in den letzten 20 Monaten mindestens 1,3 Milliarden Dollar für Halteprämien und Sonderzahlungen ausgegeben hat, um Abgänge zu verhindern.

Eine Beteiligung der Banker an ihrer Sparte hat für die Bank auch potenziell nachteilige Aspekte. Zum einen würde sie einen Teil der künftigen Gewinne im Investmentbanking mit den neuen Miteigentümern teilen müssen. Zudem hätten die Investmentbanker weniger Anreiz, mit anderen Sparten der Bank zu kooperieren.

Ein Banksprecher wollte sich zu dem Thema nicht äussern. Er verwies auf das Update zur Konzernstrategie, das für den 27. Oktober angekündigt ist. Dann werden auch die Geschäftsergebnisse des dritten Quartals vorgelegt.

Informierten Kreisen zufolge sind die Mitglieder des Verwaltungsrats uneins über das Ausmass der Einschnitte, die bei der Investmentbank vorgenommen werden können, ohne dass das Angebot für die Kunden im Wealth Management darunter leidet.

(Bloomberg/mth)