Die Credit Suisse bereite den Verkauf von Teilen der Schweizer Inlandsbank vor, um ein Kapitalloch von rund 4,5 Milliarden Franken zu schliessen. Das schreibt die «Financial Times» am Wochenende. Zum Verkauf stünde unter anderem die Beteiligung an der Börsenbetreiberin SIX.

Die Verkaufspläne der CS sollen aber noch deutlich weiter gehen. Ebenfalls im Schaufenster: eine 8,6-prozentige Beteiligung an Allfunds, einer börsennotierten spanischen Investmentgesellschaft, zwei Schweizer Spezialbanken, die Pfandbriefbank und Bank-Now, sowie Swisscard, ein Joint Venture mit American Express.

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Die Credit Suisse hält seit 2019 eine Beteiligung an Allfunds. Die Investmentgesellschaft ging im vergangenen Jahr mit einer Marktkapitalisierung von 7,2 Milliarden Euro an die Börse. Seither sind die Aktien um die Hälfte gefallen, so dass der Anteil der Credit Suisse von 8,6 Prozent rund 374 Millionen Franken wert ist.

Urs Rohner und die Schuld am CS-Desaster

Das Hauptproblem der CS ist der gigantische Vertrauensverlust, und der lässt sich nicht einfach mit einem weiteren Chef und einem weiteren Umbau lösen. Und bei der Frage, wer dieses Vertrauen verspielt hat, fällt vor allem der Name eines Mannes: Urs Rohner.

Der Ex-Präsident, der die Bank letztes Jahr nach zehn Jahren an der Spitze verliess, ist abgetaucht. «Er ist jetzt eine Privatperson und will sich nicht mehr zur CS äussern», lässt ein Mittelsmann ausrichten. Sein Haus in der Goldküstengemeinde Zumikon, das er nach einem aufwendigen Umbau erst vor vier Jahren bezogen hatte, hat er verlassen, wenn auch nur temporär.

Auf seinem Grundstück in Zumikon wird der Garten umgepflügt, er lässt eine grosse Tiefgarage bauen. Manchmal sieht man ihn im Zürcher Seefeld, wo er an der Färberstrasse ein Büro bezogen hat, direkt angrenzend an die Anwaltskanzlei Wenger Vieli – die dortige Partnerin Bignia Vieli war seine Freundin in Studienzeiten.

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Eine Bestätigung der Verkaufsabsichten steht noch aus. Die «FT» beruft sich in ihrer Berichterstattung auf Personen, die mit den Plänen vertraut sein sollen.

Rückbesinnung auf Private Banking

Bereits bestätigt sind Verkaufspläne für das Hotel Savoy. Die Geschichte des Zürcher Hotels beginnt 1838. Es ist das älteste Grand Hotel der Stadt. Der Musiker Franz Liszt nächtigte ebenso darin wie General Dufour oder der ehemalige US-Präsident Bill Clinton. 

Das Haus ist seit mindestens vier Jahrzehnten im Besitz der Credit Suisse. Es wurde immer wieder für Konferenzen, Kundenempfänge und Kadertreffen genutzt. Wegen Umbauarbeiten ist es seit Anfang 2022 bis Mitte 2024 geschlossen.

Der Verwaltungsrat der Credit Suisse soll Verkäufe aus dem Asset Management und dem Private Banking derweil ausgeschlossen haben, schreibt die «Financial Times». Die CS werde sich aber weiterhin aus kleinen, unrentablen Märkten zurückziehen.

In diesem Jahr hat die Credit Suisse bereits ihre Vermögensverwaltungsaktivitäten in Mexiko und Subsahara-Afrika aufgegeben.

CS: Wenn der Arbeitgeber in der Dauerkrise steckt

Elli von Planta weiss, wie es sich anfühlt, für eine Krisenbank zu arbeiten. Die Baslerin war in der Finanzkrise, von 2007 bis 2010, die oberste Personalvertreterin bei der UBS, als das Institut vom Bund gerettet werden musste. «Es war damals ganz schrecklich», erzählt die ehemalige Bankangestellte. «Jeder böse Zeitungsartikel traf uns Mitarbeitende ins Mark. Wir waren loyale Angestellte.»

Nun ist die UBS wieder profitabel und erfolgreich. Dafür ist die Nummer zwei der Grossbanken, die Credit Suisse, in der Bredouille. Der Wert der CS-Aktie ist massiv gefallen. Die Öffentlichkeit spekuliert, was mit der Bank passieren wird.

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(ise)