Hier finden Sie Highlights aus der aktuellen Ausgabe der «Handelszeitung» – seit Donnerstag am Kiosk. Oder bei Ihnen zuhause. In dieser Woche unter anderem im Fokus sind OC Oerlikon, Logitech, Alpiq, Comet, Zimtstern und der Flughafen Zürich. Aber der Reihe nach:

OC Oerlikon führt Übernahmegespräche

Der Chef des Industriekonzerns OC Oerlikon, Roland Fischer, bestätigt gegenüber der «Handelszeitung», Gespräche mit Unternehmen über Zukäufe in Europa, den USA und Asien. Es geht um mehrere mögliche Akquisitionen in jeweils gut dreistelliger Millionenhöhe.

Die Vorbereitungen dafür würden auf Hochtouren laufen. Die Preise für Übernahmeziele sind tiefer als noch vor einem halben Jahr – ein guter Zeitpunkt für «substanzielle Investments, wenn es passt», um Wachstum und Umsatz zu forcieren, so Fischer. OC Oerlikon schaut sich Übernahmen in Bereichen «angrenzender Technologien, Prozesse und Applikationen nahe am Beschichtungsgeschäft und an der Flugzeugkomponentenherstellung» an.

Logitech-CEO Bracken Darrell: Grosse Akquisition vorstellbar

Logitech, der Konzern für Computerzubehör, zeigt Appetit auf Zukäufe in diesem Jahr. «Wir schauen uns immer um. Das ganze Spektrum. Es könnten vier Übernahmen sein, aber auch keine», sagt Logitech-CEO Bracken Darrell. «Auch eine grosse Akquisition ist sicher vorstellbar. Wir haben inzwischen genug Erfahrung bei Übernahmen. Und wir haben genug Geld.»

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Eine grosse Übernahme wäre «sicher mehrere Milliarden Franken» schwer.

Darrell erklärt aber auch, dass es keine Gewissheiten gebe. «Es muss einfach sehr vieles zusammenpassen, damit eine Akquisition wirklich klappt. Wir müssten Glück haben», sagt Darrell. Eine Akquisition müsste Logitechs bisheriges Geschäft beschleunigen und skalieren oder dem Unternehmen neue Qualitäten geben. «Eine grosse Akquisition müsste wohl beides erfüllen», so Darrell weiter.

Zimtstern steht vor einem Comeback


Die Schweizer Modemarke Zimtstern wird wiederbelebt. «Die ersten Stücke der neuen Kollektion sollen Ende Juli ausgeliefert werden», sagt Sönke Voss zur «Handelszeitung». «Die Muster gehen jetzt raus.»
 
Voss hat zusammen mit seinem Geschäftspartner Hans Allmendinger die Rechte an der Marke gekauft. Vorherige Besitzerin war die Aargauer Beteiligungsgesellschaft Oel-Pool, zu der auch das Strumpf-Label De Sede und die Tankstellengruppe Ruedi Rüssel gehören.
 
Zimtstern ist eine Ikone in der Schweizer Markenwelt. 1995 wurde das Angebot für Snowboarder gegründet. 2011 folgte die erste Bike-Kollektion. Voss und Allmendinger, beide aus Deutschland, wollen sich nun voll auf Bikewear spezialisieren. 
 
Das Design der neuen Kollektion ist «made in Switzerland». «Zimtstern soll ein Stück weit Schweiz bleiben», sagt Allmendinger. «Die Designsprache wird in der Schweiz entwickelt.» Das Land sei ausserdem ein wichtiger Zielmarkt mit einer grossen Fanbasis. «In Zukunft wollen wir die Marke aber auch in den USA und im asiatischen Raum vertreiben», so Allmendinger.
 
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Flughafen Zürich steckt viel Geld in App-Neubau für The Circle

Der Flughafen Zürich sucht einen Partner für die Neugestaltung des digitalen Auftritts. Das zeigt eine Ausschreibung. Ein Experte schätzt die Kosten auf einige Millionen Franken.

Der neue Digitalauftritt soll bereits Ende März 2020 live sein. Dieses Datum bekräftigt der Flughafen mehrfach in den Ausschreibungsunterlagen. Der Umbau steht unter dem Motto: «Wie würden die Netflixe, Spotifys, Instagrams und Co. dieser Welt mit Flugplaninformationen, Promotionen und Wayfinding umgehen und den Auftritt des Flughafens inszenieren?»

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Hintergrund der Ausschreibung ist die geplante Eröffnung des Milliardenprojekts The Circle. Im nächsten Jahr sollen alle Bauarbeiten abgeschlossen sein, wie Flughafensprecherin Raffaela Stelzer bestätigt. Die Vermietungsquote der gesamthaft rund 70'000 Quadratmeter umfassenden Bürofläche beträgt «derzeit gut 60 Prozent», so die Sprecherin.

Alpiq: Publikumsaktionären droht Squeeze-out  

Der Lausanner Stromkonzern Alpiq soll von der Börse genommen werden. Wie die «Handelszeitung» erfahren hat, gibt es bereits Pläne für einen Squeeze-out, also einen zwangsweisen Ausschluss des Streubesitzes samt Barabfindung. 
 
Die Publikumsaktionäre der Alpiq halten derzeit zwölf Prozent am Stromkonzern. Die übrigen 88 Prozent verteilen sich auf die Konsortialeigner, bestehend aus der Westschweizer EOS, der Deutschschweizer Primeo Energie und dem Energieinfrastruktur-Fonds der Credit Suisse.
 
Indem die bisherigen Ankeraktionäre ihre ausstehende Hybridanleihe über 360 Millionen Franken in Alpiq-Aktien wandeln, reduziert sich der Free Float auf gut 10 Prozent. Weiter ist damit zu rechnen, dass gewisse institutionelle Anleger bei einer Dekotierung verkaufen müssen, da sie gemäss Anlagerichtlinien keine nichtkotierten Titel halten dürfen.
 
Insofern ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Konsortialaktionäre der Alpiq auf mehr als 90 Prozent der Stimmen kommen werden. Ab dieser Schwelle ist ein fusionsrechtlicher Squeeze-out möglich. Die Mehrheitseigner sind gemäss Alpiq-Statuten nicht zu einem öffentlichen Kaufangebot verpflichtet. Es gilt auch keine Mindestpreisregel.
 
Jüngst hatte die französische EDF ihren 25-Prozent-Anteil für 500 Millionen Franken indirekt an den CS-Fonds verkauft. Er wird aus Schweizer Pensionskassengeldern geäufnet.

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Comet: Kandidat Kutter «ohne Groll gegen irgendeinen Aktionär»

Zwei Wochen vor dem Showdown beim Industrieunternehmen Comet äussert sich Christoph Kutter, Kandidat für das Präsidium, zur umstrittenen Wahl: «Ich fühle mich gut und bin zuversichtlich, dass ich die Wahl gewinnen kann», sagt Kutter im Interview mit der «Handelszeitung».

Am 25. April entscheidet das Aktionariat an der Generalversammlung über einen neuen Präsidenten. Kutter wird von der Firma portiert - und damit von Hans Hess, dem scheidenden Comet-Präsidenten. Kutter sagt auch: «Die Wahl in den VR nähme ich auch an, wenn Heinz Kundert Präsident würde.»

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Ex-VAT-Chef Kundert ist der zweite Kandidat für das Präsidium und wird von einigen grossen Aktionären und dem amerikanischen Stimmrechtsberater ISS unterstützt.

Kutter ist Institutsleiter beim Fraunhofer Institut in München. «Natürlich würde ich mir die nötige Zeit für Comet rausschneiden. Es wird ohne Zweifel Mehrarbeit sein, zusätzlich zu meiner regulären Zeit bei Fraunhofer», so Kutter. Zum gespaltenen Aktionariat sagt er: «Wenn ich gewinne, werde ich keinen Groll gegen irgendeinen Aktionär haben.»