Sie hatten schon beinahe aufgegeben. Zwölf Jahre und 30 Filialen nach dem Start von Zahnarzt–zentrum.ch wurden Sara und Christoph Hürlimann zum Verkauf gedrängt. Die britische Private-Equity- Gruppe G Square hatte wenige Jahre zuvor ein Drittel der Aktien gekauft. Es war schon alles aufgesetzt, nur die Unterschrift fehlte noch. «Aber es fühlte sich einfach schlecht an», sagt Christoph Hürlimann. Mit der Migros Bank und der UBS im ­Rücken kauften sie die Anteile zurück.

Wenig getan

Das ist zwei Jahre her. Seither hat sich im Dentalmarkt nichts mehr getan. Der letzte Knall vom Dezember 2015 ist längst verhallt. Damals kaufte die welsche Kette Adent die Swiss Dental Group und ihre fünf Deutschschweizer Standorte. Adent wiederum gehört seit Juli 2014 dem britischen Investor Hesira.

Dass Adent bald wieder verkauft wird, ist für Hürlimann keine Frage. Sollte der Preis stimmen, könnte Zahnarztzentrum.ch, weiterhin die grösste Kette im Land, sogar als Käufer in Frage kommen. Etwas Wachstum wäre nicht schlecht, denn die Hürlimanns, die sich in der Zwischenzeit aus dem Tages­geschäft zurückgezogen haben, eröffneten ihre letzte Filiale im Oktober 2015: «Wir werden jetzt erst mal an den bestehenden Standorten mit neuen Kunden wachsen», erklärt Christoph Hürlimann.

Unfreiwillige Expansionspause bei Swiss Smile 

Ähnlich das Bild bei der Konkurrenz. Das exklusivere Pendant Swiss Smile der Schwestern Haleh und Golnar Abivardi kommt nicht mehr vom Fleck. Ihre letzte Neueröffnung datiert vom September 2015. Von der Auslandexpansion in drei Ländern ist nur noch eine Filiale in Moskau übrig, die im Franchise-Modell geführt wird. In der Schweiz verbleiben elf Standorte, fünf davon in Zürich.

Nachdem sich Haleh Abivardi 2015 aus dem operativen Geschäft verabschiedet hatte, übernahm Bernhard Schütz den CEO-Posten. Vor einem Jahr wurde er wiederum von Franz Maier abgelöst.

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«Ausgezeichnete» Zahlen

Maier war zuvor in der Geschäftsleitung von Straumann und sass später im Nobel-Biocare-Verwaltungsrat. Die Gründungs-Schwestern glaubten weiterhin an Swiss Smile, betont Maier: «Die Abivardis waren und sind Mehrheitsaktionäre, und daran ändert sich auch nichts.» Die Zahlen seien «ausgezeichnet», und nach einer Phase der Expansion sei die Konsolidierung ­völlig normal. «Wir haben uns entschlossen, uns auf die bestehenden Praxen zu konzentrieren.»

In der Zwischenzeit sucht Haleh Abivardi noch immer einen Abnehmer für ihre Zwölf-Schlafzimmer-Villa in Zürich Wollishofen. 2008 war sie dort mit ihrem Partner, dem Investment Banker Maximilian Brönner, und vier Kindern eingezogen. Das Haus am See ist seit bald einem Jahr ausgeschrieben. 

 

Nachtrag: Haleh und Golnar Abivardi haben am 7. Juni 2017 ihre Anteile von Swiss Smile an die Jacobs Holding verkauft. Auch der Investor EQT Mid Market hat seine Swiss-Smile-Aktien an Jacobs veräussert.

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