Was Geschäftsreisende als ihre wichtigs­ ten Apps bezeichnen, hängt sehr stark von ihrem Reiseverhalten ab: Wer sehr viel mit der Eisenbahn auf Distanzen bis zu drei, vier Fahrstunden unterwegs ist, benötigt kaum einen Flughafen­-Lounge-­Finder.

Umgekehrt zählt jemand, der in Europa Kurzstrecken zu den wichtigsten Busi­ness­-Hubs wie London, Frankfurt, Paris oder Barcelona fliegt, eine Fahrplan-­App eher nicht zu seinen wichtigsten digitalen Helfern. Und noch einmal anders liegen die Bedürfnisse der globalen Geschäftsreisenden, die von New York, Hongkong und Singapur wenig mehr als jeweils nur den Flughafen, Hotels und Büros sehen.

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SBB Mobile zeigt Verbin­dungen und Preise an, es ist auch möglich, Billette zu kaufen und Abonne­ments zu verwalten (in­klusive Swisspass). Mit Fairtiq und Lezzgo gibt es gleich zwei Apps, mit denen in der Schweiz Zugfahr­ten mit Postpaid­ Ab­rechnung möglich sind.

Selbst während man schon unterwegs ist, las­sen sich die Pläne flexi­bel anpassen, der Spon­tanbesuch bei einem Geschäftspartner und ein damit verbundener Umweg oder eine Fahfairt­ unterbrechung sind pro­ blemlos möglich.

A woman checks a train connection on the SBB Mobile App, photographed in Zurich, Switzerland, on November 15, 2016. (KEYSTONE/Christian Beutler)Eine Frau prueft eine Zugverbingung auf der SBB Mobile App, fotografiert am 15. November 2016 in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Unverzichtbar für Reisen in der Schweiz: Die SBB Mobile App.

Quelle: © KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER

Bei den Hotelplattfor­men dominieren auslän­dische Anbieter wie Booking, Expedia und Travelocity, auch für viele schweizerische Hotels. Im Härtetest (ausge­buchte Stadt, Reservati­on war bestätigt worden, aber das Hotel ist über­bucht) versagen Expedia und Travelocity schon mal.

Wer abends anruft und sich nach endloser Warteschleife zu einer Person in einem indischen Call­center durchgekämpft hat, hört dann «Wir kön­nen leider nichts für Sie tun». Auch dann bieten sich Airbnb oder Couchsurfing inklusive eigener App als Ausweichmög­lichkeiten an.

In einzelnen Ländern gibt es Ketten, die mit überdurchschnittlichem Service auffallen wie bei­spielsweise Motel One in Deutschland. Allerdings gilt auch hier: Im Nicht­-Standard-­Fall (Überbu­chung, Handhabung grosser Gruppen) sind Organisation und Personal überfordert.

NEW YORK, NY - SEPTEMBER 27:  An interior view of the Tiny House during Booking.com's "Tiny House With Big Personality" Curated By Kevin Hart on September 27, 2018 in New York City.  (Photo by Michael Loccisano/Getty Images for Booking.com)

Dominant bei Hotelbuchungen: Booking.com.

Quelle: 2018 Getty Images

Hilfreiches für Kurzstreckenflieger

Der grösste Vorteil einer Airline­-App ist ein rasches Einchecken (damit vermeidet man oft den Mittelsitz im Flugzeug) und die digitale Bordkarte (womit man sich auch Diskussionen wegen eines Kilo­gramms Übergepäck beim Check­in er­spart). Nebenbei lassen sich auch noch bequem Meilen sammeln. 

Für den Zugang zu Loun­ges sind, je nach Airline, minimal die Silber-­Viel­fliegerkarten erforderlich.

Eine Alternative ist die App von Loungebuddy: Sie zeigt für die meisten Flughäfen an, welche Lounge unter welchen Bedingun­gen Gäste aufnimmt. Beträge ab 30 Euro lohnen sich rasch, wenn der Flug weg ist und es noch Stunden bis zum Abflug dau­ert. Lounges haben Stromanschlüsse, Ge­tränke sowie Snacks und damit fast alles, um allfällige Wartezeiten in Arbeitszeiten zu verwandeln.

Rechte für Passagiere

In der Lounge lässt sich dann gegebenen­ falls auch prüfen, ob man von der Flug­gesellschaft Kompensationszahlungen erwarten kann und ob der angekündigte Flieger tatsächlich schon unterwegs ist.

Hilfreiche Apps kom­men unter anderem von Flightrights, Claimcompass und Airhelp. Wer sich direkt an die Gesell­schaft wendet, wird oft abgewimmelt – «schlech­tes Wetter» oder «Ihre Sicherheit ist unsere höchste Priorität» (bei technischen Problemen, bei denen in der Regel die Airline zahlen muss). Es empfiehlt sich deshalb, sofort die Apps zu nutzen – die zeigen auch gleich an, ob ein Antrag erfolg­versprechend ist.

Und selbst wenn man gestrandet ist – mit einer App wie Hoteltonight erfährt man im angel­sächsischen Raum von den letzten verfügbaren Zimmern, die Hotels zu später Stunde stark verbilligt abgeben.