Es ist die spektakulärste und sonderbarste Personalie der letzten Monate: Ende Januar vermeldete Denner ein «erfolgreiches Geschäftsergebnis», gleichentags wurde Denner-Chef Peter Bamert abserviert. Offiziell ist die Wortwahl gediegener: Bamert verlasse die Firma «im gegenseitigen Einverständnis», hiess es. Gründe wurden keine genannt, entsprechend waberten Gerüchte durch die Denner-Gänge und die Zeitungsredaktionen. BILANZ-Recherchen zeigen auf: Bamert, der früher als Ex-Libris-Chef einen ansprechenden Job machte, war bei Denner eine Fehlbesetzung. Er liess sich wenig bis nicht dreinreden, weder von der Geschäftsleitung noch vom Verwaltungsrat. VR-Präsident Philippe Gaydoul passte das gar nicht. Keine einfache Konstellation: Gaydoul hatte Denner jahrelang geführt und schliesslich für 950 Millionen Franken an die Migros verkauft. Ein verhängnisvoller Fehler, dass sich Bamert nicht mit Gaydoul besprach und von dessen Know-how profitierte. Zum offenen Krach kam es, als Bamert in einem Interview die Lancierung eines Online-Weinshops ankündigte. Abgesprochen war der Plan mit dem VR nicht, auch nicht mit der Migros-Konzernleitung. Pikant: Denner-VR-Vize Berninghaus ist das Migros-Online-Portal LeShop.ch unterstellt, das selber Wein verkauft. Der Deutsche soll Bamert nach seinem Sololauf in den Senkel gestellt haben. Es tat sich eine weitere Front auf: Auch die Denner-Geschäftsleitung war wenig angetan vom eigenmächtigen Vorsitzenden, der eigentlich ein Quereinsteiger war. Schliesslich sollte ein Coaching in Teambuilding Bamert auf Kurs bringen. Doch auch dies half nichts. In einer Abstimmung sprach sich die Geschäftsleitung gegen den Chef aus. Nun war Ende Feuer. Bamert dürfte bis Ende Jahr weiterkassieren.
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Stefan Barmettler HZ
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