Im Mietwohnungssektor wird auch während der Coronakrise fleissig weiter gebaut. Zu diesem Schluss kommt eine am Montag publizierte Untersuchung der Credit Suisse.

Zwar sei die Anzahl Baugesuche und Baubewilligungen im März und April stark zurückgegangen, doch mittlerweile bewege sich die Anzahl der Baugesuche im Mietwohnungssektor bereits wieder über dem langjährigen Durchschnitt, schreibt die Credit Suisse.

Der Rückstand ist fast aufgeholt

Konkret sind hierzulande zwar im ersten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorquartal 21 Prozent weniger Baubewilligungen registriert worden. Bereits im zweiten Quartal wurde dieser Rückgang mit einem Plus von 15 Prozent aber mehrheitlich kompensiert.

Im gleitenden Mittel über vier Quartale hinweg betrachtet, ist der Einbruch der ersten drei Monate laut Credit Suisse sogar «praktisch nicht mehr erkennbar». Vielmehr zeige sich seit dem zweiten Quartal 2019 ein Anstieg der Baubewilligungen für Mietwohnungen von 12 Prozent.

Viele Grossprojekte in der Pipeline

«Die wieder steigende Bewilligungstätigkeit ist auch Folge der vielen Grossprojekte, für die Ende 2018 und im Verlauf von 2019 Baugesuche eingingen und die erst jüngst bewilligt wurden», heisst es im CS-Bericht.

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Insgesamt erwartet die Grossbank in den kommenden 6 bis 18 Monaten eine Ausweitung des Mietwohnungsbestands um 1,1 Prozent. Dieser Wert habe vor einem Jahr Wert noch 1,0 Prozent betragen. Neue Mietwohnungen sollen dabei insbesondere rund um Zürich sowie in den Regionen Zug und Luzern entstehen.

Bautätigkeit bei Eigentum tiefer

Im Gegensatz zum Mietwohnungsmarkt ist die Bautätigkeit bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern auf dem Rückzug. Auch in den nächsten ein bis zwei Jahren sei hier mit einer sinkenden Bautätigkeit zu rechnen, so der Bericht. Im gleitenden Mittel über vier Quartale hinweg sei ein neuer Tiefststand erreicht worden.

(awp/mbü)