Die Schweizer Unternehmen sind sowohl bei der Beschaffung von Vorleistungen wie auch beim Verkauf ihrer Produkte stark mit dem Ausland vernetzt. Über 80 Prozent der Unternehmen tätigen zumindest einen Teil ihrer Einkäufe in Euro, wie einer Umfrage der Credit Suisse zu entnehmen ist.

Damit ist der Euro im Beschaffungsprozess der Unternehmen gemäss CS sogar etwas wichtiger als der Franken: Einen Teil ihrer Vorleistungen gegen Franken zu beziehen, gaben nämlich etwas über 70 Prozent der Befragten an - und damit weniger als beim Euro, wie der am Montag veröffentlichten CS-Devisenumfrage 2021 bei über 1000 Schweizer Unternehmen zu entnehmen ist.

Die Oberhand behält die inländische Währung allerdings noch im Verkauf: 70 Prozent der Unternehmen verkaufen nach eigenen Angaben mindestens einen Teil ihrer Waren oder Dienstleistungen gegen Franken. Lediglich 62 Prozent gaben an, auch in Euro zu fakturieren.

Neben Euro und Franken spielt noch der US-Dollar eine bedeutendere Rolle: Im Einkauf wird er von 45 Prozent und im Verkauf von 36 Prozent der Umfrageteilnehmer genutzt.

Anzeige

Auseinandergehende Erwartungen

Die Erwartungen der Umfrageteilnehmer über die Entwicklung der Wechselkurse ging in der Umfrage recht weit auseinander: Der Euro-Franken-Kurs per Ende 2021 wurde zwischen 0,85 und 1,20 Franken gesehen. Allerdings erwarteten etwa 80 Prozent der Unternehmen einen Kurs der Gemeinschaftswährung zwischen 1,05 und 1,10 Franken und damit in der Nachbarschaft des derzeitigen Niveaus.

Beim Dollar ging der allergrösste Teil der Befragten von einer leichten Erstarkung über die Marke von 90 Rappen aus. 45 Prozent der Unternehmen erwarteten per Ende des laufenden Jahres einen Dollar-Franken-Kurs von 0,90 bis 0,94 Franken, rund 40 Prozent sahen den US-Dollar bei 0,95 bis 1,00 Franken.

Minderheit sichert Währungsrisiken ab

Trotz der Bedeutung von Euro und US-Dollar gaben nur 40 Prozent der Unternehmen an, ihre Fremdwährungsrisiken abzusichern. Bei denjenigen, die Absicherungen vorgenommen hatten, betrug die Absicherungsquote im Durchschnitt etwa 60 Prozent. Auch die Corona-Krise habe die Befragten nicht dazu gebracht, Währungsrisiken häufiger abzusichern, schreibt die Credit Suisse.

Befragt wurden von der Grossbank zwischen Ende September und Anfang November 2020 insgesamt 1088 Unternehmen, von denen die grosse Mehrheit international tätig war.

(awp/tdr)