Der beliebteste Arbeitgeber in der Welt der Erlenmeyerkolbe und Scheidetrichter ist die US-Firma Regeneron. Das zeigt eine gross angelegte Umfrage des renommierten Fachmagazins «Science». Das Biotech-Unternehmen distanziert Konkurrenten wie Roche oder Novartis deutlich.

Die Umfrage wurde zum 15. Mal durchgeführt. Rund 7000 Angestellte aus dem Bereich Pharma, Chemie und Biotechnologie haben daran teilgenommen. Die Mehrheit verfügt über einen Abschluss auf Master-Stufe oder ein Doktorat.

US-Firma gewinnt

Regeneron heimste den Titel bereits im Vorjahr ein. Gesamthaft ist es das fünfte Mal, dass das Unternehmen mit Sitz im US-Bundesstaat New York die Krone trägt. Davor war die Roche-Tochter Genentech Seriensieger der Umfrage.

Genentech schaffte es in diesem Jahr nur auf den siebten Platz. Der Mutterkonzern Roche liegt auf Platz 13. Im Vorjahr waren die Basler noch auf dem zehnten Platz.

Stolzer Novartis-Chef in spe

Novartis macht im Vergleich zum Vorjahr fünf Plätze gut, bleibt aber knapp hinter Roche auf Rang 14. Die Mitarbeiter der Firma attestieren dem Konzern eine Führungsposition im Bereich Innovation und in Sachen sozialer Verantwortung. Das freut insbesondere den Novartis-Chef in spe. Auf Linkedin schreibt Vas Narasimhan: «Ich bin stolz, dass Novartis zu den besten Arbeitgebern gehört.»

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Noch vor Roche auf Platz 11 landet Syngenta. Das Unternehmen, das von der chinesischen Staatsfirma ChemChina gekauft wurde, rangiert zwei Plätze höher als im Vorjahr und gilt demnach als der beliebteste Arbeitgeber auf dem Platz Basel.

26'000 Fragebogen

Die Umfrage fand zwischen März und April 2017 statt. Die Ergebnisse ruhen auf der Auswertung eines Online-Fragebogens. Dieser wurde an 26'000 Personen geschickt. Der Fragebogen ging an die Mitglieder der «American Association for the Advancement of Science», der grössten naturwissenschaftlichen Gesellschaft, die auch das Magazin «Science» herausgibt. Der Fragebogen ging auch an alle registrierte Online-Nutzer der Zeitschrift und an 400 ausgewählte Fachkräfte aus dem Personalbereich.

6950 Fragebogen kamen zurück. Das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr. 53 Prozent der Antwortenden waren männlich, 43 Prozent weiblich, der Rest gab kein Geschlecht an. An der ersten Umfrage im 2002 nahmen gerade einmal 685 Personen teil. Die Pharmafirma Roche gehört zu den Sponsoren der Untersuchung.

Konzerne schneiden schlechter ab

Kleine Firmen schlagen sich im Ranking generell besser. Das mag an der Methode liegen. George Yancopoulos, Chief Scientific Officer beim Gewinner Regeneron, weiss aber noch einen anderen Grund. Firmen mit einer geringeren Zahl an Mitarbeitenden seien in der Regel noch jung, die Angestellten vielfach direkt in die Entwicklung neuer Medikamente involviert. Ihre Identifizierung mit dem Unternehmen sei entsprechend hoch, sagt er zu «Science».

Yancopoulos erklärt das Phänomen am Beispiel seiner eigenen Firma, die weltweit rund 4000 Personen beschäftigt, was relativ wenig ist im Vergleich mit Novartis (123'000) oder Roche (94’000). Von den 23 Medikamenten, die die US-Gesundheitsbehörde FDA im ersten Halbjahr 2017 zugelassen habe, stammen deren zwei von Regeneron, sagt Yancopoulos. Viele Angestellte seien direkt mit diesen Produkten verbunden. «Sie hatten entweder die zündende Idee oder trugen massgeblich zum Erfolg bei.»

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