Das Schönste vorweg: Wo auch immer die Schweizerinnen und Schweizer diesen Sommer ihren Urlaub verbringen – es ist billiger als zu Hause. Mit einer Ausnahme: In Island ist der Franken leicht weniger Wert als in der Heimat. Dies zeigt die Statistik der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). In beliebten Ferienländern wie Italien, Spanien, Griechenland oder Portugal ist die Kaufkraft des Frankens fast doppelt so hoch wie in der Schweiz. In der Türkei, in Ungarn oder Polen erhält man für den Franken gar dreimal mehr. Und selbst die vermeintlich teuren Ferienländer wie Skandinavien, Frankreich, Australien, Japan oder die USA sind für Schweizer derzeit günstiger als Ferien zu Hause – zumindest, wenn man nur die Aufenthalts-, nicht aber die Reisekosten und die Folgekosten für die Umwelt mitberücksichtigt.

Vorgängig bereits etwas Geld wechseln

Es ist empfehlenswert, schon zu Hause etwas Geld in die Währung des Ferienlandes zu wechseln. Nicht weil sich das finanziell lohnen würde, sondern weil es bequemer ist, das Geld für ein Taxi oder einen Snack bereits im Sack zu haben, als es bei der Einreise in aller Eile beschaffen zu müssen. Zudem lernt man die Fremdwährung so bereits frühzeitig etwas kennen. Bei gängigen Währungen wie Euro, Dollar, Pfund oder Yen sind die Wechselkurse in der Schweiz oder im Ausland weitgehend identisch. Exotische Währungen sind im betreffenden Ferienland jedoch meist günstiger als in der Schweiz, weil die Noten physisch zu uns transportiert werden müssen. Doch Vorsicht: Einzelne Länder verbieten die Ein- oder Ausfuhr ihrer Währung und auch die freie Konvertierbarkeit ist oft eingeschränkt. Das gilt für viele Länder mit gelenkter Wirtschaft und staatlich fixierten Wechselkursen, aber etwa auch für die Feriendestination Tunesien. Und Myanmar akzeptiert nur ungefaltete Dollars.

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Geld wechselt man am besten bei seiner Hausbank, denn viele Fremdbanken verlangen eine Wechselgebühr von üblicherweise 5 Franken. Euro, Dollar und Pfund sind normalerweise problemlos verfügbar. Exotischere Währungen muss man vorbestellen und kann man sich von vielen Banken sogar nach Hause schicken lassen. Die SBB und die Grossbanken haben bis zu hundert Währungen im Angebot. Bargeld sollte man aber nur nach Bedarf und in kleineren Mengen wechseln. Nicht nur, weil es gestohlen werden könnte. Sondern vor allem, weil nicht verbrauchtes Feriengeld wieder zurückgewechselt werden muss. Und das heisst: nochmals Gebühren bezahlen und nochmals Wechselkursverluste in Kauf nehmen.

Im Ausland bezieht man die Lokalwährung am besten am Bancomaten mit einer Debitkarte (EC, Maestro, Postfinance-Card). Und dies, obwohl jedes Mal eine Grundgebühr von üblicherweise 5 Franken anfällt. Der Grund dafür: Im Ausland gilt der günstige Devisenkurs und nicht der teure Notenkurs. In manchen Ländern ist die Bezugslimite allerdings sehr tief angesetzt, in Südafrika beispielsweise auf 6000 Rand (420 Franken). In vielen Geschäften und Restaurants lässt sich mit der Debitkarte auch direkt bezahlen. Eine Ausnahme macht die Postfinance-Card, mit der man im Ausland zwar Geld abheben, seinen Einkauf nicht aber direkt bezahlen kann.

Als Faustregel gilt, dass Beträge über rund 200 Franken mit der Debitkarte in der Regel im Ausland günstiger sind, kleinere Beträge wechselt man vorzugsweise bereits vor der Abreise. Die Transaktionskosten liegen je nach Bank zwischen 0,5 und 1,5 Prozent – meist zusätzlich zur Grundgebühr von 1 bis 5 Franken. Günstiger fährt, wer über eine Debitkarte in der Ferienwährung verfügt. Vor allem Kleinunternehmer benötigen oft ein Konto im Euro- oder Dollar-Raum. Das lässt sich auch für Ferieneinkäufe günstig nutzen, weil so die Wechselkosten wegfallen.

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Oft fliessen Kickbacks, wenn Kunden in Fremdwährung zahlen.

Kreditkarte: Lokalwährung wählen

Teurer, aber praktisch sind Kreditkarten (Master, Visa, American Express und so weiter). Wer sie im Ausland einsetzt, zahlt Fremdwährungszuschläge und Wechselkursgebühren. Zusammen machen sie mehrere Prozent des Kaufbetrages aus. Normalerweise wird man vor die Alternative gestellt, die Rechnung in Lokalwährung oder in Franken zu bezahlen. Hier sollte man die Option Lokalwährung wählen. Der Grund: Bei Bezahlung in Lokalwährung bestimmt der Kartenherausgeber den Wechselkurs. Bei Zahlung in Franken definiert dagegen der Zahlungsabwickler – also die Bank des Geschäfts oder Dienstleisters - den Umrechnungskurs. Zudem erhalten Restaurants, Hotels und Geschäfte oft Kickbacks, wenn der Kunde in Fremdwährung bezahlt. Diese Zusatzkosten werden ebenfalls in den Wechselkurs eingepreist.

Da Schweizer Kreditkartenherausgeber in der Regel eher faire Kurse verrechnen, ist die Bezahlung in der Lokalwährung normalerweise die bessere Wahl. Bargeldbezug mit der Kreditkarte ist dagegen teuer. Man sollte es deshalb nur im Notfall damit beziehen: Die Gebühren sind deutlich höher als bei einer Debitkarte. Dies gilt vor allem für Prepaid-Karten, die zudem bei jedem Aufladen erneute Kosten verursachen. Aber schon mit normalen Kreditkarten sind 4 Prozent des Bezugs, mindestens aber 10 Franken üblich. Hinzu kommt ein Fremdwährungszuschlag von bis zu 2,5 Prozent.

Die Bezahlung mit Kreditkarte kostet je nach Kartenherausgeber zwischen 1,2 und 2,5 Prozent des Betrags. Für kleinere Beträge (unter rund 100 Franken) ist die Kreditkarte also günstiger als die Debitkarte. Geschäfte in Kuba und Iran akzeptieren häufig keine Kreditkarten. In der Türkei muss man üblicherweise den Pass vorweisen, wenn man mit einer Karte bezahlen will. Dies gilt auch in Banken und Wechselstuben. Kreditkarten sind vom Herausgeber oft für Länder mit besonders hoher Kriminalitätsrate gesperrt (Geoblocking). Vor der Abreise sollte man also unbedingt prüfen, ob die Karte am geplanten Urlaubsziel tatsächlich eingesetzt werden kann, und sie andernfalls für das Ferienland freischalten lassen. Ebenso sollte die Kartenlimite überprüft und allenfalls nach unten oder nach oben angepasst werden. Und letztlich sollte man vor der Abreise sicherstellen, dass alle Kreditkartenrechnungen bezahlt sind, damit die volle Limite zur Verfügung steht.

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