Sind die Daten bei den Unternehmen sicher? Die Mehrheit der Schweizer sind da skeptisch. 62 Prozent befürchten, dass Konzerne ihre Daten weitergeben, wie eine repräsentative Umfrage des IT-Unternehmens Veritas und des Forschungsinstituts Yougov zeigt.

«Mit jedem neuen Datenleck und -skandal ist das Vertrauen der Verbraucher in die Firmen gesunken», sagt Thomas Luchetta, Schweiz- und Österreich-Chef von Veritas. Doch in vielen Fällen geschehe die Weitergabe nicht einmal absichtlich. Oft würden Daten aus Versehen weitergegeben – etwa weil Mitarbeiter Fehler machten.

Ein möglicher Vertrauensverlust könnte zum Problem werden. Besonders weil Daten für das erfolgreiche Wirtschaften immer wichtiger werden. Luchetta rät den Unternehmen deshalb, sich an die Datenschutz-Verordnung der EU und an das Schweizer Datenschutzgesetz zu halten. «Wem Kunden vertrauen, der bekommt mehr persönliche Daten und kann Kunden auf dieser Basis innovative digitale Angebote bieten. Im Idealfall wird er mit mehr Geschäftsaufträgen belohnt.»

Mitarbeiter zuwenig geschult

Oft mangelt es in den Unternehmen jedoch am nötigen Wissen. Etwa wenn Kundendaten per Mail verschickt werden oder auf der Dropbox landen. «Wenn der Kunde seine Daten dann löschen lassen will, ist das schwierig, weil sie längst in alle Winde zerstreut sind», sagt Luchetta. Da helfe etwa eine entsprechende Schulung des Personals. Dieses muss nicht nur die technologischen Neuerungen kennen, sondern die Systeme und die Daten richtig bedienen, damit personenbezogene Daten nicht in falsche Hände geraten.

Unterdessen hat auch die Regierung die Dringlichkeit erkannt. So hat die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) letzten Sommer eine nationale Digitalisierungsstrategie für das Bildungswesen verabschiedet. Noch in diesem Frühjahr soll ein konkreter Massnahmenplan folgen, um die digitale Kompetenz weiter auszubauen.

Insgesamt zweifeln 42 Prozent der Schweizer an, dass das heutige Bildungssystem Schüler auf den verantwortungsvollen Umgang mit Daten vorbereitet. «Das Ergebnis der Umfrage zeigt, dass es privat wie beruflich noch immer an digitaler Kompetenz mangelt», sagt Luchetta.

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(bsh)