Transferwise gehört zu den erfolgreichsten Vertretern der neuen Digitalbanken: Das britische Fintech hat dank seiner tiefen Gebühren und transparenten Services bereits sieben Millionen Kunden gewonnen.

Darunter dürften auch viele Schweizer sein – obwohl Transferwise die hiesigen Kunden nur vom Ausland aus bedient. Mit diesem Erfolg gibt sich die Digitalbank nun offenbar nicht zufrieden: Sie hat im Kanton Zug eine Schweizer Gesellschaft gegründet, wie sie der HZ bestätigt.

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Das steckt hinter dem Erfolg der Digitalbanken

Fintech- und Banken-Professor Andreas Dietrich erklärt hier, warum etablierte Finanzinstitute die Neobanken wie Revolut ernst nehmen sollten.

Zu den konkreten Plänen gibt sich Transferwise auf Anfrage von HZ noch bedeckt. Aus der Antwort lassen sich aber gewisse Ambitionen herauslesen: Die Schweiz gehöre zu den «wichtigsten und wachstumsstärksten Märkten in Europa».

Dass solche Smartphone-Banken hierzulande Erfolg haben, zeigt der Blick auf Transferwises grossen britischen Konkurrenten Revolut: Revolut hat nach Angaben vom letzten Herbst knapp eine Viertelmillion Schweizer Kunden.

Transferwise beschäftigt inzwischen über 2'000 Mitarbeiter und ist laut eigenen Angaben profitabel – was es von vielen anderen Fintechs unterscheidet. Kern des Angebots: Überweisungen ins Ausland via App zu möglichst tiefen Gebühren.

Der Erfolg der ausländischen Unternehmen ist bemerkenswert, weil sie über keine Schweizer Banklizenz verfügen. Revolut arbeitet mit der Credit Suisse zusammen, Transferwise wickelt das Geschäft über JP Morgan ab, wie das «Liechtensteiner Vaterland» wissen will.

Die Online-Banken verlangen im Gegensatz zu den etablierten Instituten kaum Wechselkursgebühren und bieten günstige Kreditkarten an - deshalb sind ihre Services vor allem für Auslandsreisen interessant. Die Schweizer Finanzbranche hat erst spät auf die neue Konkurrenz reagiert. Mittlerweile buhlen aber auch Schweizer Anbieter wie Neon und Yapeal um Kunden.