Der deutsche Milliardär Erwin Müller erhebt neue schwere Vorwürfe gegen die Schweizer Privatbank Sarasin. Es geht um einen eigentlich abgeschlossenen Fall von Steuerhinterziehung, der dem deutschen Drogeriekönig zu schaffen macht. Das berichtet die «Süddeutsche Zeitung».

Was war passiert? Von 1999 bis 2007 versteckte der Unternehmer laut Bericht einen kleinen Teil seines Vermögens vor dem deutschen Fiskus, angeblich ein bis zwei Millionen Euro. 2010 zeigte er sich selbst an und zahlte alles nach. Doch nun ermittelt offenbar die Stuttgarter Staatsanwaltschaft gegen den schwäbischen Unternehmer – wegen eines weiteren Kontos, dessen Gewinne und Verluste den Behörden offenbar nicht voll bekannt waren, wie es in dem Artikel heisst.

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«Der Fehler liegt bei der Bank»

Müller weist die Schuld der Schweizer Privatbank Sarasin zu. Seine damalige Hausbank habe das verbockt, liess der 82-Jährige offenbar über einen Sprecher ausrichten. «Dieser Fehler liegt bei der Bank und war weder durch Herrn Müller noch durch seine Steuerberater zu erkennen.» Sarasin habe es demnach versäumt, dieses Konto für zwei Jahre «in die Erträgnisaufstellung aufzunehmen».

Unter dem Strich sei in den zwei Jahren 2005 und 2006 bei diesem Konto ein Gewinn in Höhe eines «niedrigen einstelligen Millionenbetrags» angefallen, berichtet die Süddeutsche. Die Schweizer Bank äusserte sich demnach nicht zu dem Fall.

Streit zwischen Müller und Bank Sarasin verschärft sich

Die Bank Sarasin und der Unternehmer Müller sind bereits wegen der sogenannten «Cum-Ex»-Geschäfte im Streit. Mit dem schnellen Kauf und Verkauf von Aktien sollen Banken und Kapitalanlagefonds den deutschen Fiskus um Milliarden gebracht haben. Dabei hätten Banken und Fonds, so der Verdacht, beim Aktienhandel mit (Cum) oder ohne (Ex) Dividende sich eine nur einmal bezahlte Kapitalertragssteuer mehrmals vom Fiskus erstatten lassen.

Die Ermittlungen ziehen immer weitere Kreise. Neben Müller prozessiert auch der deutsche Finanzakrobat Carsten Maschmeyer gegen die Schweizer. «Wir Investoren hatten keine Ahnung, dass die Bank das Geld für Steuertricks eingesetzt hat», so Maschmeyer einmal im Gespräch mit handelszeitung.ch.

(moh/ccr)