Der britische Billigflieger hat wegen der Reisebeschränkungen zur Bekämpfung des Coronavirus den Flugbetrieb eingestellt. Derzeit sei unklar, wann die Maschinen wieder abheben können, teilte Easyjet mit.

Um die Auswirkungen auf die Bilanz möglichst gering zu halten, würden Kosten reduziert. Zudem wurde mit der Gewerkschaft eine Urlaubsregelung für das Kabinenpersonal getroffen, die ab 1. April für einen Zeitraum von zwei Monaten gilt. In der Zeit erhält die Besatzung 80 Prozent ihres Durchschnittslohns.

Helvetic und Chair stellen Betrieb ein

Konkurrentin Lufthansa hatte Ende letzter Woche für tausende ihrer Mitarbeiter in Deutschland Kurzarbeit angemeldet. Geplant sei dies für rund 31'000 Beschäftigte der Bereiche Kabine, Boden und Cockpit, hatte ein Sprecher am Freitag gesagt.

Weltweit sind die meisten Airlines in heftige Turbulenzen geraten, vielen Anbietern droht der finanzielle Kollaps, der Ruf nach Staatshilfen wird immer lauter. Die Einreisebeschränkungen von Ländern in der ganzen Welt und sinkende Nachfrage treiben Airlines dazu, den Flugbetrieb drastisch zurückzufahren. So hat etwa auch die Lufthansa wegen der Coronakrise ihren Flugbetrieb laut Konzernchef Carsten Spohr auf weniger als fünf Prozent reduziert. Etwa 700 der rund 760 Lufthansa-Maschinen sind am Boden.

Bei der Swiss sind nur noch sechs Flieger im Einsatz. Sonst sind es rund 90. Bei Helvetic Airways ruht der Flugbetrieb, das gilt auch für den Anbieter Chair Airlines. Dort gab es in den vergangenen Tagen allerdings noch Rückholflüge für gestrandete Urlauber.

Easyjet hatte ebenfalls über 650 Rückführungsflüge durchgeführt und mehr als 45.000 Kunden nach Hause gebracht. Die letzten dieser Rückführungsflüge wurden am Sonntag, 29. März 2020, durchgeführt.

Kurzarbeit auch bei Swiss

Swiss hat bis auf Weiteres Kurzarbeit beantragt. Wie und in welchem Umfang diese schlussendlich umgesetzt werde, hänge sehr von den einzelnen Bereichen und der weiteren Entwicklung der Situation ab, hatte ein Sprecher gesagt.

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Am Freitag hatte die «Handelszeitung» über einen weiteren Vorschlag zur Unterstützung der Swiss berichtet. Demnach gibt es eine Debatte um den Einsatz der SNB, die Anleihen der Swiss erwerben könnte.

Im Gegensatz zu Easyjet bietet die Swiss noch einzelne Flüge an. So führt die Airline bei der Rückholaktion des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vom Bund mitfinanzierte Flüge durch. Sie stellt Besatzungen und Langstreckenflugzeuge. Im weiteren bietet das Unternehmen reine Frachtcharterflüge an.

(tim/awp/Reuters)