Der Ex-Chef der Schweizerischen Nationalbank, Philipp Hildebrand,  sieht die US-Regierung im Kampf gegen das Corona-Virus gefordert. Eine kohärente Führung der USA sei dringend erforderlich, um zu verhindern, dass eine Panik an den Märkten zu einer weiteren Finanzkrise im Stil von 2008 führt, sagt Hildebrand, der jetzt als Vice Chairman des Finanzkonzerns Black Rock amtet.

«Ob wir die US-Führung haben, die wir 2008 hatten, um das zu schaffen, ist eine grosse Frage», sagte Hildebrand am Dienstag in einem Interview mit Bloomberg TV. «Ich denke, dies ist eine der Sorgen, die das gesamte System derzeit übergreifend betrifft. Wo ist die Führung, wo ist die US-Führung, die eines der prägenden Merkmale der Krise 2008 war?»

Trump spielt die Gefahren herunter

Die Aktienkurse konnten am Dienstag nur vorübergehend Boden gut machen, nachdem sie am Vortag den größten Einbruch seit der Finanzkrise verzeichnet hatten.

US-Präsident Donald Trump hat zwar versucht, die Auswirkungen des sich rasch ausbreitenden Coronavirus, das fast 4'000 Menschen das Leben gekostet und Italien praktisch zum Sperrgebiet gemacht hat, herunterzuspielen. Aber zusammen mit Sorgen angesichts eines Ölpreiskrieges sind sie für Investoren nach wie vor das zentrale Thema.

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Noch kann die Krise abgewendet werden

Eine Krise könne immer noch vermieden werden, wenn die politischen Entscheidungsträger bereit und in der Lage seien, eine koordinierte fiskalische und geldpolitische Reaktion in Gang zu setzen, sagte Hildebrand.

2008 «hatten wir in den USA ein sehr präsentes, sehr starkes und sehr fokussiertes Führungsteam, das dieses Ereignis wirklich koordiniert hat», sagte er.

(bloomberg/mbü)