Die Brauerei Feldschlösschen hat im vergangenen Jahr mehr eigene Getränke wie Bier, Mineralwasser und Softgetränke verkauft. Gut gelaufen sind vor allem alkoholfreie sowie Craft- und Spezialbiere. Dieser Trend gewinnt auch im gesamten Schweizer Biermarkt an Dynamik.

Konkret verkaufte Feldschlösschen zwei Prozent mehr eigene Getränke als im Vorjahr. Konkrete Absatz- und Umsatzzahlen nannte das Unternehmen, das zur dänischen Carlsberg Gruppe gehört, am Dienstag im Communiqué keine. Mit 75 Prozent machen fünf Marken den Löwenanteil des gesamten Bierangebots aus. Neben den drei Schweizer Biermarken Feldschlösschen, Cardinal und Valaisanne gehören dazu auch die Carlsberg-Marken Grimbergen und Brooklyn.

Zumindest gehalten oder teilweise sogar ausgebaut wurden die Umsätze mit weiteren Getränken wie Wasser oder Softgetränken. Dies gelang, obwohl der Gesamtmarkt hier schweizweit rückläufig war.

Alkoholfreies Bier zieht – auch dank Exporten

Ungebrochen blieb der Trend zum alkoholfreien Bier. Hier nahmen die Umsätze von Feldschlösschen um 10 Prozent zu. Dies liegt aber laut Mediensprecherin Gaby Gerber nicht wie vermutet werden könnte an den heissen Sommertemperaturen: «Beim alkoholfreien Bier machen sich keine saisonalen Effekte bemerkbar», sagte sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Vielmehr führe der allgemeine Trend zu einem gesünderen Leben vermehrt zum Griff nach alkoholfreien Getränken.

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Nicht in diesen Umsätzen enthalten ist alkoholfreies Bier, das Feldschlösschen zusätzlich für den Exportmarkt produziert, und da profitierte die Aargauer Brauerei vergangenes Jahr von Grossaufträgen, wie Gerber gegenüber der «HZ» bestätigt. In den Zahlen schlagen sich diese Exporte nur indirekt nieder. So weist Feldschlösschen für 2019 eine rund 56 Prozent höhere Produktion von Reinalkohol aus. Dieser entsteht beim Entalkoholisieren von Bier. 

Plus 20 Prozent bei Craft Beer

Stark zugelegt hat Feldschlösschen auch bei den Verkäufen von Craft- und Spezialitäten-Bieren: Das Volumen wuchs in diesem Segment gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent und der Umsatz um 18 Prozent. Nach wie vor wird im gesättigten Biermarkt Schweiz aber immer noch am häufigsten Lager-Bier getrunken.

Gemäss den Zahlen des Schweizer Brauerei-Verbands (SBV) wuchs der Gesamtbiermarkt im vergangenen Braujahr 2018/19 (per Ende September) um ein Prozent auf insgesamt 4,74 Millionen Hektoliter. Immer beliebter ist dabei einheimisches Bier: Während die inländischen Brauereien den Ausstoss um 2,3 Prozent auf 3,69 Millionen Hektoliter steigerten und Marktanteile gewinnen konnten, gingen die Bierimporte im selben Zeitraum um 3,5 Prozent auf 1,05 Millionen Hektoliter zurück.

Der Gesamtmarktanteil der inländischen Brauereien stieg damit auf 77,8 Prozent von 76,7 Prozent. Insgesamt beschäftigte die Brauereibranche direkt und indirekt rund 50'000 Personen und erzielte einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Franken. Zudem wird die Schweiz je länger je mehr zum Land der Biervielfalt. Insgesamt dürften in der Schweiz laut SBV zwischen 4'000 und 5'000 verschiedene Biere gebraut werden.

Gewinnsprung für Carlsberg

Der Feldschlösschen-Besitzer Carlsberg konnte im vergangenen Jahr unter anderem dank eines florierenden Asien-Geschäftes kräftig zulegen. Bei einem Umsatzplus von 5,4 Prozent auf umgerechnet 9,4 Milliarden Franken stieg das operative Ergebnis um 12,2 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Franken. Unter dem Strich blieb dem Mutterkonzern mit 941 Millionen Franken fast ein Viertel mehr als im Vorjahr.

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(awp/tdr/hec)