Die im aargauischen Aarburg domizilierte Franke-Gruppe hat ihre Ursprünge in einem 1911 von Hermann Franke in Rorschach gegründeten Spenglereibetrieb. In den dreissiger Jahren werden die ersten Spültische produziert. Sohn Walter stellt ab 1946 komplette Küchen her. Als dieser in Schwierigkeiten gerät, kauft ihm 1975 sein Freund Willi Pieper die Firma ab. 1989 übernimmt dessen Sohn Michael die Führung, Franke expandiert in flottem Tempo zum globalen Konzern. Heute ist die Gruppe mit 74 Unternehmen in 38 Ländern tätig, beschäftigt 5745 Mitarbeiter und setzt 1628 Millionen Franken um. Das mit Abstand grösste Tätigkeitsgebiet ist die Sparte Kitchen Systems.

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Kitchen Systems

Umsatz 2004: 1078 Millionen Franken

In 90 Jahren hat Franke mehr als 80 Millionen Spülen hergestellt. Mit einem Anteil von fast 18 Prozent ist die Firma bei Systemen im Nass-, Wärme- und Kühlbereich für die private und halbprofessionelle Küche Weltmarktführer. Als grosser Schritt gilt die jüngst erfolgte Übernahme der italienischen Faber-Gruppe, die zu den drei Weltmarktführern bei Küchen-Abzugshauben gehört und mit 1500 Mitarbeitern über 300 Millionen Franken umsetzt. Die Konsolidierung der neuen Tochter wird den Konzernumsatz auf gegen zwei Milliarden tragen. Bei den Waschraum- und Sanitärsystemen fällt ein Umsatz von rund 100 Millionen an. Dieses Geschäft soll über Akquisitionen forciert und in eine eigene Division eingebracht werden.

Foodservice Systems

Umsatz 2004: 325 Millionen Franken

Auch bei kompletten Küchensystemen und -einrichtungen hält Franke die führende Position. Kunden sind Fastfood-Ketten wie McDonald’s oder Burger King. Bis heute wurden weit über 20 000 Kücheneinrichtungen hergestellt und installiert. Allerdings ist dieses Geschäft zyklischen Schwankungen unterworfen. Nach dem Einbruch im Jahr 2003 schrieb die Division im vergangenen Jahr dank Kostenschnitten wieder schwarze Zahlen. Gute Margen sind im Bereich Support zu erwirtschaften; in den USA etwa werden Ersatzteile innerhalb von 24 Stunden beim Kunden eingebaut – und dies bei einem Lager von 16 000 Artikeln.

Coffee Systems

Umsatz 2004: 93 Millionen Franken

Franke ist einer der führenden Anbieter professioneller Kaffeesystemen für die Gastronomie. Bei den Kaffee-Vollautomaten hält die Gruppe weltweit den zweiten Rang. Dieser Markt wächst jährlich um neun Prozent. Neben Kaffeeautomaten wird ein breites Sortiment an Zusatzmodulen und Accessoires hergestellt. Zudem erbringt Franke Beratungen und Dienstleistungen, von der Analyse über das Konzept bis hin zum Planen schlüsselfertiger Systeme. Ertragsmässig attraktiv ist das Servicegeschäft.

Getränketechnik

Umsatz 2004: 86 Millionen Franken

Jährlich rund 800 000 Edelstahl-Getränkecontainer für Bier, Softdrinks oder Wein werden an die bedeutendsten Getränkehersteller geliefert. Kein Kerngeschäft, aber ein interessanter Nischenmarkt, in dem Franke weltweit führend ist.

Diverse Aktivitäten

Umsatz 2004: 46 Millionen Franken

Die Franke-Techniker haben die kniffligsten Probleme in der Sparte Industrial Engineering zu lösen. Hier werden hochwertige Edelstahlkomponenten entwickelt und hergestellt. Sie finden Anwendung in Industrieapplikationen, Gasturbinen und Triebwerken für die Luft- und Raumfahrt.

Immobilien

Nicht konsolidiert

Die 1990 gegründete Franke Immobilien bewirtschaftet 2200 vermietete Objekte, die je zur Hälfte im Eigentum von Franke und der Pensionskasse stehen. Hinzu kommen das Facility-Management der Franke Betriebsliegenschaften in Aarburg – immerhin 26 Gebäude auf einem riesigen Areal – sowie Fremdmandate.