Mozzarella, Milch und Metzgerwaren online bestellen und diese verderblichen Lebensmittel in einer gekühlten Box abholen: Klingt wie eine gute Idee. Das dachten sich 2013 auch die Gründer des Münchner Startups Emmasbox, die daraus ein Geschäftsmodell mit gekühlten Abholboxen machen wollten.

Das Vorhaben wurde allerorts gehypt und die Gründer konnten auch MA Ventures, den Investmentfonds der Migros Aare, als Kapitalgeber gewinnen. Nun muss Anton Gäumann, Chef der Migros Aare, einen Abschreiber machen: Emmasbox wurde, wie die «Lebensmittelzeitung» berichtet, liquidiert.

Wie hoch der verglühte Betrag ist, will die Migros Aare nicht sagen und verweist darauf, dass es sich bei dem Investment um eine «Minderheitsbeteiligung» gehandelt habe. Was man den Schweizern nicht vorwerfen kann: dass sie das Konzept nicht selber ausprobiert hätten.

«Die Migros Aare hatte an diversen Standorten die gekühlten Emmasbox-Modelle als Abholstationen im Einsatz», der Bedarf nach diesem Service sei allerdings «nicht genügend vorhanden» gewesen.

Offenbar zielt die Idee, Frischwaren an dezentralen Standorten abzuholen, vorbei an den Wünschen des ansonsten voll e-kommerzialisierten Menschen.

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Anton Gäumann, Migros Aare

Anton Gäumann, Chef der Migros Aare, einen Abschreiber machen.

Quelle: © Marco Zanoni

Das zeigte sich auch beim Pilotprojekt Speedy Shop, das die SBB zusammen mit der Migros Zürich 2015 lanciert hatten. Die Idee damals: Bahnpendler bestellen online und holen ihre Einkäufe in Boxen am Bahnhof ab. Speedy Shop wurde 2017 eingestellt.

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