Der schwedische Rüstungskonzern Saab baut künftig mit einem Partner in der Schweiz Drohnen. Grundlage dafür ist ein Joint Venture mit dem Schweizer Drohnenbauer UMS. Sitz der neuen Firma UMS Skeldar ist Möhlin AG. Das Joint Venture ist seit Mitte Dezember operativ tätig. Das bestätigt UMS-Skeldar-Chef Jakob Baumann. Er war bis 2011 Rüstungschef der Schweizer Armee.

Die Drohne von UMS Skeldar ist als Aufklärer konzipiert. Sie wird im schwedischen Linkjöping entwickelt und getestet. Gebaut wird sie in der Schweiz. Insgesamt 52 Mitarbeiter sind heute bei UMS Skeldar beschäftigt, davon mehr als zwei Drittel in der Schweiz, der Rest im schwedischen Linkjöping.

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Saab-Offensive

Die neue Kooperation kommt nicht von ungefähr: Der Bund ist aktuell in Vorbereitungen für eine erneute Kampfjetbeschaffung, wie VBS-Sprecher Renato Kalbermatten gegenüber der «Handelszeitung» bestätigt. Kampfjetanbieter wittern ein Milliardengeschäft und rüsten auf.

Am stärksten in die Offensive geht Saab. Nach dem 80-Millionen-Auftrag an die Ruag im November 2015 für die Zulieferung von Gripen-Teilen bildet das neue Joint Venture UMS Skeldar die Speerspitze für ein neues Angebot von Saab. «Jede weitere Kooperation wird bei einem Kampfjet-Beschaffungsprogramm helfen, Kompensationsgeschäfte in Zukunft besser zu verankern», sagt Baumann.

Ambitiöse Ziele

Der neue Drohnenhersteller schweizerisch-schwedischer Prägung hat ambitiöse Ziele. In drei bis fünf Jahren soll UMS Skeldar bereits einen Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe machen.

Zivile sowie militärische Märkte will Baumann auch mit Hilfe des grossen Partners und der Marke Saab beliefern. Und zwar ausserhalb Europas, nach Asien, Nord-, Mittel- und Südamerika, in den arabischen Raum und bis in den Iran. Für die Überwachung von Tierherden, Gas- und Ölfeldern sowie Stromleitungen, zur Grenzüberwachung, für Polizeieinheiten, militärische Truppen, für die Marine und den Antiterrorkampf.

 

Konsolidierung vor der Tür

Weltweit laufen derzeit mehr als 10 000 Drohnenprojekte, von kleinsten bis zu grossen Flugobjekten. Nur wenige werden den Durchbruch schaffen. In den nächsten Jahren wird es zu einer enormen Konsolidierung kommen, sagen Experten.

Baumann sieht sein Unternehmen aber auf gutem Weg. «Im Bereich Helikopterdrohnen möchten wir in Europa die Nummer eins werden.»

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