An der Spitze von Roche kommt es zu grossen Änderungen. Verwaltungsratspräsident Christoph Franz steht an der Generalversammlung im März 2023 für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Als sein Nachfolger soll der gegenwärtige CEO Severin Schwan vorgeschlagen werden.

Neuer operativer Chef soll per 15. März 2023 dann der bisherige Leiter der Division Diagnostik, Thomas Schinecker, werden, schreibt Roche am Donnerstag in einer Mitteilung.

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Thomas Schinecker soll 2023 CEO des Pharmariesen Roche werden.

Thomas Schinecker soll 2023 CEO des Pharmariesen Roche werden.

Quelle: ZVG

Schinecker ist seit 2003 bei Roche

Der 54-jährige Schwan hatte sich seit seinem Eintritt in das Basler Unternehmen als Trainee 1993 stetig hochgearbeitet und löst nun Franz (62) als Vorsitzenden des Verwaltungsrats ab. Schwan war mehr als 14 Jahre lang CEO. 

Schinecker hatte im August 2019 die Leitung der Diagnostiksparte übernommen. Aufgrund der Covid-19-Pandemie wurde sie zu einem der wichtigsten Wachstumstreiber des Unternehmens.

«Thomas hat unsere Diagnostiksparte erfolgreich für die Zukunft aufgebaut», sagte Schwan vor Reportern in Basel. Schinecker (47) hat einen Doktor in Molekularbiologie und ist seit 2003 bei Roche.

Roche bestätigt Jahresziele

Roche bekräftigt zudem nach dem ersten Halbjahr seine Jahresziele. Der Umsatz soll 2022 unter Ausschluss von Wechselkurschwankungen stabil bleiben oder um einen niedrigen einstelligen Prozentbetrag steigen, teilte Roche am Donnerstag mit. Der bereinigte Gewinn je Genussschein und Inhaberaktie soll um einen niedrigen bis mittleren Prozentbetrag wachsen. Den Aktionären stellte das Management weiter steigende Dividenden in Aussicht.

Den Konzernumsatz für die ersten sechs Monate 2022 beziffert der Pharmariese auf 32 Milliarden Franken, was einem Plus von 5 Prozent entspricht. Zu konstanten Wechselkursen legten die Verkäufe ebenfalls um 5 Prozent zu und damit deutlich weniger stark als nach drei Monaten, als ein Plus von 11 Prozent erreicht wurde.

Zum Konzernumsatz steuerte die Pharmasparte 22,4 Milliarden Franken bei (+3 Prozent). Die kleinere Diagnostiksparte weist für die ersten sechs Monate einen Umsatz von 9,9 Milliarden Franken aus, was um 10 Prozent über dem Vorjahreswert liegt. In der Pharmasparte hält die Umsatzerosion durch Nachahmerprodukte für die altgedienten Blockbuster Avastin, Herceptin und Mabthera/Rituxan weiter an, schwächt sich indes langsam ab.

Unter dem Strich blieb ein Konzerngewinn nach IFRS von 9,1 Milliarden übrig, ein Plus von 12 Prozent zur Vorjahresperiode. Der operative Kerngewinn, auf den Analysten vornehmlich schauen, stieg um 9 Prozent auf 12,7 Milliarden.

Die ausgewiesenen Zahlen liegen überwiegend knapp über den Analystenschätzungen.

(sda/awp/bloomberg/reuters/gku)