Fluggesellschaften sind nicht nur in Sachen Lärm, sondern in jüngster Zeit verschärft auch wegen der Klimafolgen unter Druck. Da in der Schweiz die Einführung einer Steuer auf Flugtickets zur Debatte steht, warnt der Verband der Fluggesellschaften, die International Air Transport Association (IATA), vor der «Erhebung einer CO2-Steuer für Passagiere» hierzulande.

Diese Massnahme, so das Ergebnis einer IATA-Studie, die am Dienstag in Zürich veröffentlicht wurde, könne «zu einem Verlust von mindestens 3000 Arbeitsplätzen führen». 

Hintergrund ist: Der Ständerat erwägt mit Blick auf das neue CO2-Gesetz eine Abgabe auf Flugtickets. Dabei ist die Rede von 12 bis 120 Franken für Tickets. Im vergangenen Jahr hatte der Nationalrat das neue CO2-Gesetz noch abgelehnt. Nun wird das Thema heiss diskutiert - nicht nur in der Schweiz: In Frankreich ist ab dem nächsten Jahr eine Klima-Steuer auf Flugtickets geplant.

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Warteschlangen vor den Check-In Schaltern beim Ferienstart auf dem Flughafen Zuerich in Kloten am Samstag, 13. Juli 2019. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Passagiere am Flughafen Zürich: Hohe Nachfrage nach Flugreisen.

Quelle: Keystone

Corsia soll 2020 in Kraft treten

«Wir glauben, dass eine CO2-Ticketabgabe nicht der richtige Weg ist», sagt  Jürg Müller, Präsident des Board of Airline Representatives in Switzerland (B.A.R.) anlässlich der Präsentation der IATA-Analyse vor Journalisten. Müller leitet zudem das Schweiz-Geschäft der Fluggesellschaft Emirates.

Müller argumentiert, dass eine lokale Schweizer Steuer auf Flugtickets für das globalisierte Aviatikgeschäft keine Lösung sei. Vielmehr gehe es darum, dass die Schweiz das Corsia-System unterstütze. Das Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation (Corsia) soll im Jahr 2020 in Kraft treten und laut IATA «die Emission der Schweizer Luftfahrt um rund 2,7 Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren».

Laut IATA, die 290 Fluggesellschaften vertritt, die für 82 Prozent des weltweiten Luftverkehrs stehen, solle sich die Schweizer Regierung «darauf konzentrieren, Investitionen in nachhaltige alternative Kraftstoffe und eine effizientere Luftraumkontrolle zu fördern - und nicht auf eine Passagiersteuer».

Hoher Beitrag zur Schweizer Wirtschaft

Die IATA drängt darauf, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Luftverkehrsbranche gestärkt werde. So sei der Beitrag des Luftverkehrs zur Schweizer Wirtschaft gross: Die Branche unterstütze  207'000 Arbeitsplätze und trage 27,7 Milliarden Franken zur Wirtschaft bei. Dies entspreche 4,1 Prozent des Schweizer BIP.

Sollte die Regierung die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit verfolgen, würden bis zum Jahr  2037 weitere 36'000 Arbeitsplätze geschaffen und zusätzlich 13 Milliarden Franken erwirtschaftet. «Im Gegensatz dazu könnten im gleichen Zeitraum 13'000 Arbeitsplätze verloren gehen, wenn Massnahmen zur Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit ergriffen werden.» Die schädlichste Massnahme, so die IATA, wäre die CO2-Steuer.