Keine zwei Stunden nach dem Zinsentscheid der Nationalbank, den Leitzins von –0,75 Prozent auf –0,25 Prozent anzuheben, kam schon die Medienmitteilung der Berner Kantonalbank. Man werde diesen Zinsschritt an all jene Kunden weitergeben, die heute Negativzinsen bezahlen. Die Zinsänderung gelte bereits ab Freitag.

Das sind gute Nachrichten für alle Unternehmen und vermögenden Privatkunden, die von der Bank zuletzt dafür zur Kasse gebeten wurden, dass sie Geld auf dem Konto liegen haben. Zu viel Geld. Das Thema Negativzinsen beschäftigte in den letzten Jahren denn auch viele Bankkundinnen und Bankkunden.

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Viele Banken waren dazu übergegangen, die 0,75 Prozent, die sie selbst für Guthaben bei der Nationalbank bezahlen, ihren Kunden als Kontogebühr auf hohe Guthaben zu verrechnen. Manche Banken verrechneten sogar mehr als das.

Auch andere Banken künden entsprechende Schritte an. Die Zürcher Kantonalbank teilt der «Handelszeitung» mit, die Negativzinsen ebenfalls per sofort um 0,5 Prozentpunkte zu reduzieren.

Nicht ganz so schnell sind die Basler KantonalbankUBS, Credit Suisse und die Raiffeisen-Gruppe: Sie vollziehen die Zinsänderung erst auf den 1. Juli, wie die beiden Banken ausrichten lassen. Letztlich entscheide aber jeweils die einzelne Raiffeisen-Bank, sagt die Sprecherin. 

Die Sprecherin der Postfinance sagt, man werde prioritär die Konditionen der grossen und institutionellen Kunden überprüfen. Spätestens zum 1. Juli würden auch die Gebühren der übrigen Privat- und Geschäftskunden angepasst. Den genauen Umfang der Zinsanpassung könne man noch nicht kommunizieren. 

Die Migros Bank hat noch keinen Entscheid gefällt. Man überprüfe derzeit die Konditionen, sagt ein Sprecher. 

Änderungen könnte es theoretisch auch im Kreis der Personen geben, die überhaupt Negativzinsen bezahlen müssen, denn die Nationalbank hat auch die Freigrenzen der Banken angepasst. Diesbezüglich herrscht aufseiten der Geschäftsbanken jedoch wenig Transparenz.

 

Korrektur: In einer ersten Version hiess es, die Basler Kantonalbank passe die Zinsen per sofort an. Die Bank entschied jedoch in der Folge, die Anpassung erst auf den 1. Juli vorzunehmen. Der Text wurde entsprechend angepasst.