Fluggesellschaften sollten Führungskräfte, die mehr Frauen einstellen, finanziell belohnen – so schlägt es die International Aviation Womens Association (Iawa) vor, nachdem die Branchendaten in den letzten vier Jahren fast keine Fortschritte in Richtung Geschlechterparität gezeigt haben.

Laut einer Bloomberg-Analyse vom letzten Monat sind nur 13 Prozent der Führungspositionen bei den Fluggesellschaften mit Frauen besetzt – das sind sogar weniger als bei den Finanzdienstleistern. Der Anteil der Pilotinnen, Technikerinnen und weiblichen Vorstandsvorsitzenden liegt bei weniger als 10 Prozent, wie aus einem Bericht des Women in Aviation Advisory Board der US-Regierung aus dem Jahr 2022 hervorgeht.

Partner-Inhalte
 
 
 
 
 
 

Die Zahlen deuten darauf hin, dass jahrzehntelange Bemühungen und freiwillige Zielvorgaben für den Frauenanteil nicht zu wesentlichen Fortschritten führen.

Die Manager sollten stattdessen Anreize erhalten – entweder durch Bezahlung oder Beförderung –, um einen grösseren Anteil von Frauen einzustellen, sagte Kathleen Guilfoyle, die Präsidentin der IAWA. Die Bezahlung solle auch daran gemessen werden, wie gut weibliche Beschäftigte gehalten werden und Erfolg haben, sagte sie.

Schweizer Führungsetagen sind weiblicher geprägt als jene im Ausland

Eine aktuelle Studie bestätigt die wachsende Zahl an Frauen in der Chefetage – aber das gilt fast nur für die Schweiz. Warum das so ist. Weiterlesen.

«Es muss eine Art Rechenschaftspflicht geben», sagte Guilfoyle in einem Videointerview aus Boston, wo sie als Anwältin auf Rechtsstreitigkeiten in der Luftfahrt spezialisiert ist.

Sie fügte jedoch an, dass die Auferlegung von Geschlechterquoten zu oft als Bestrafung angesehen werde. «Es ermutigt Menschen oder die Entwicklung von Frauen nicht so sehr, wie es zielgerichtet ist», sagte sie.

Die International Air Transport Association (Iata) führte 2019 die Kampagne 25by2025 ein, mit der sich die Fluggesellschaften verpflichten, den Anteil von Frauen in Führungspositionen und unterrepräsentierten Bereichen bis 2025 um 25 Prozent zu erhöhen. Die Initiative ist jedoch freiwillig, und bis Ende letzten Jahres hatte nur die Hälfte der fast 300 Iata-Mitgliedsunternehmen unterzeichnet.

Laut Guilfoyle mangelt es in dieser Frage nach wie vor an Führungsstärke. Es müsse mehr Führungskräfte geben, die talentierte Frauen identifizieren, fördern und betreuen, sagte sie.

«Vielleicht ist die Nachhaltigkeit am Ende einer der wichtigsten Faktoren», so Guilfoyle. «Denn ohne Frauen ist die Luftfahrtindustrie einfach nicht zukunftsfähig.»

 

(bloomberg/spi)