Valora führt derzeit knapp die Hälfte ihrer 2700 Verkaufsstellen mit teils stark reduzierten Öffnungszeiten – und rund 5 Prozent sind immer noch geschlossen. Dies gab der Kiosk-Konzern im Anschluss an die Generalversammlung vom Donnerstag bekannt.  

Die Entwicklungen der letzten Wochen schlügen sich immer noch stark in den Umsätzen nieder, auch wenn sich inzwischen leicht positive Tendenzen abzeichnen. Im April verlor das Retail-Netzwerk von Valora circa 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr (in den relevanten Märkten auf gleicher Fläche).

Im Mai betrug das Minus noch rund 10 Prozent. Im Food-Service-Netzwerk erreichte der Rückgang im Mai rund 60 Prozent, nachdem er im April bei rund 70 gelegen war; zum Food-Service-Bereich von Valora gehören Marken wie Bretzelkönig, Avec und Caffè Spettacolo.

Im B2B-Geschäft lag der Umsatz im Mai 60 Prozent unter Vorjahr. Beispielsweise sei die Auftragserteilung mit Laugenbackwaren zurückhaltend, auch wenn sie sich langsam erhole.

«Die künftige Entwicklung hängt weiterhin davon ab, wie und wann sich die von den verschiedenen Länderbehörden verfügten Lockerungen des jeweiligen Lockdowns auf die Kundenfrequenz auswirken und auch ob und wie schnell sich das Kaufverhalten der Kunden wieder normalisiert», interpretiert das Valora-Management.

Anzeige

«Deutlich negativer Effekt»

Derzeit befinden sich etwas mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden in Kurzarbeit.

Nachdem Valora den entsprechenden Lohnausfall bis Ende April zu 100 Prozent und im Mai zu 90 Prozent kompensiert hatte, «wird das Unternehmen diesen Ausgleich im Juni und Juli nicht mehr leisten», so das Communiqué: «Ausgenommen davon ist Deutschland, wo Valora den verhältnismässig höheren Verdienstausfall auch im Juni und Juli zu 80 Prozent kompensieren wird.»

Und weiter: «Mit den Agentur- und Franchisepartnern erarbeitet Valora Lösungen, um die wirtschaftliche Tragbarkeit auch für die selbstständigen Unternehmer und deren Mitarbeitende sicherzustellen.»

Negative Auswirkungen auf den Gewinn

Die Konzernleitung rechnet sowohl für das erste Halbjahr wie auch für das gesamte 2020 «mit einem deutlich negativen Effekt auf den EBIT und den Reingewinn».

Doch es sei zu erwarten, dass im Free Cashflow die negativen Effekte mit Investitionsstopps und dem Dividendenverzicht weitgehend aufgefangen werden können: Am Ende sei eine nur leicht steigende Netto-Verschuldung per Ende Jahr zu erwarten.

(rap)