Lonza wird für das US-Biopharmaunternehmen Altimmune einen möglichen Corona-Impfstoff herstellen. Dabei handelt es sich um den Impfstoffkandidaten Adcovid, der einmalig über einen Nasenspray verabreicht wird.

Altimmune hofft, den Impfstoff 2021 auf den Markt zu bringen, wie beide Unternehmen am Dienstag mitteilten. Im Schlussquartal 2020 soll eine klinische Studie der Phase 1 lanciert werden, deren Resultate im ersten Quartal 2021 vorliegen sollen. Bislang wurden präklinische Studien durchgeführt.

Angesichts der bisherigen klinischen Erfahrung mit seiner Impfplattform erwartet Altimmune, dass Adcovid Menschen bis zu einem Jahr oder mehr vor Covid-19 schützen könnte. Zudem soll Adcovid ohne Sicherstellung einer Kühlkette transportiert werden können.

Alles zu den neuesten Fortschritten in der Impfstoff-Suche:

  • «Liebe Welt, wir haben einen Impfstoff». Mehr hier.
  • 56'000 Menschen geimpft – null Ansteckungen. Mehr hier.
  • 25 Aktien, die einbrechen, sobald die Covid-19-Impfung kommt. Mehr hier.

Finanzielle Details zu dem Auftrag wurden in der Mitteilung keine genannt. Altimmune ist ein an der US-Technologiebörse Nasdaq kotiertes Forschungsunternehmen, das intranasale Impfstoffe, immunmodulierende Therapien und Behandlungen gegen Lebererkrankungen entwickelt. In der Pipeline hat Altimmune unter anderem einen Impfstoff gegen das Influenza-Virus.

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WHO zählt aktuell 200 Impfstoff-Kandidaten

Lonza ist bereits Herstellungspartner für den Impfstoff von Moderna, das als eines der führenden Unternehmen im Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus gilt. Weltweit laufen die Anstrengungen, einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu entwickeln, auf Hochtouren. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt aktuell über 150 Kandidaten in der präklinischen Phase und fast 50 in der klinischen Phase.

Als erste westliche Hersteller haben das deutsche Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer am Montag vielversprechende Ergebnisse einer für die Zulassung entscheidenden Studie der Phase III veröffentlicht. Demnach bietet ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19. Die beiden Unternehmen wollen nun voraussichtlich ab der kommenden Woche die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen.

Einmalige und einfache Verabreichung bei Altimmune

Für die Impfstoffentwicklung gibt es verschiedene Ansätze. Der Vorteil des Impfstoffes von Altimmune liegt laut dem Unternehmen in der einmaligen und einfachen Verabreichung, dem einfachen Transport, aber auch in der breiten Immunreaktion. Der Impfstoff aktiviere die systemische Immunität durch die Neutralisierung von Antikörpern und T-Zellen-Reaktionen ebenso wie die lokale Immunität, die sogenannte Schleimhautimmunität, hiess es.

(awp/gku)