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Luftfahrt
Massiver Streckenabbau: Swiss droht in Klimadebatte

Airbus 340-300 Swiss Airlines

Airbus der Swiss beim Start in Zürich: Bald weniger Ziele?

Quelle: Keystone

Die Airline will eine CO2-Steuer abwenden. 19 Langstrecken seien durch die aktuelle Klimadebatte bedroht.

Veröffentlicht am 20.06.2019

Die Klimadebatte ist in der Schweiz eines der dominierenden Themen vor den eidgenössischen Wahlen im Herbst. Für die Aviatik-Branche sind das unangenehme Diskussionen. Wegen ihrer Treibhausgas-Emissionen ist sie für viele der Sündenbock schlechthin. Der Branche drohen stärkere Betriebseinschränkungen und eine CO2-Besteuerung der Flugtickets.

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Die Swiss wagt nun die Flucht nach vorne, wie die Zeitungen der «CH Media» am Donnerstag berichten. Die Airline schreibt in ihrem neusten Lobbying-Magazin, das sie regelmässig an Politiker und Interessenvertreter verschickt: «In der aktuellen Debatte, wie der Luftverkehr in Bezug auf den Klimawandel in die Pflicht genommen werden soll, geistern Konzepte herum, die als direkte Angriffe auf den Drehkreuzbetrieb zu werten sind.»

Die Airline betont zudem die Bedeutung des Drehkreuzes Zürich für die Schweizer Volkswirtschaft.

Die Logik hinter dem Drehkreuzbetrieb, das die Swiss anspricht: Die Airline braucht Kurzstreckenflüge nach Zürich, weil die lokale Nachfrage nicht ausreicht, um ein grosses Langstrecken-Netz zu betreiben. Die Kurzstreckenflüge bringen die Umsteigepassagiere aus dem Ausland, die für die nötige Auslastung auf der Langstrecke sorgen.

Insgesamt 24 Langstreckenziele fliegt die Swiss heute an. «Gäbe es kein Drehkreuz, würde die lokale Nachfrage ausreichen, um maximal fünf Langstreckendestinationen zu bedienen», heisst es im Swiss-Artikel weiter. Laut eigenen Angaben von 2018 sind die fünf wichtigsten Langstreckenziele New York, Tel Aviv, Dubai, Bangkok und Singapur.

Wirtschaftlichkeit des gesamten Drehkreuzes bedroht

Mit den Äusserungen zeichnet die Airline ein düsteres Bild: Im Umkehrschluss sollen also 19 Langstrecken bei Veränderungen bedroht sein. Darunter sind beliebte Destinationen wie San Francisco, Tokyo, Boston oder Delhi.

Aber stellt die Swiss tatsächlich den Grossteil ihrer Langstreckenziele infrage? Auf Nachfrage der «CH Media»-Zeitungen bekräftigt eine Unternehmenssprecherin die Drohung aus ihrem Polit-Magazin: Das Drehkreuz Zürich sei ein optimal abgestimmtes System. «Kleine Ursachen können grosse Wirkung haben.» Wenn Betriebsbeschränkungen oder Abgaben beschlossen werden sollten, sei rasch die Wirtschaftlichkeit des gesamten Drehkreuzes bedroht. «Ein grösserer Streckenabbau wäre die Folge.»

(nim/«Blick»)

Artikel aus dem «Blick»

Dieser Artikel wurde im Wirtschaftsressort des «Blick» veröffentlicht.

www.blick.ch/wirtschaft
Artikel aus dem «Blick»