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Fischzug
Migros-Attacke: Hunderte Schweizer getäuscht

Die Migros warnt vor einer betrügerischen Umfrage. Der betroffene Provider hat inzwischen Massnahmen ergriffen. Die Daten der Firma deuten darauf hin, dass viele Schweizer Opfer der Masche wurden.

Von Christian Bütikofer und Marc Iseli
am 15.10.2015

Die Kunden der Migros sind zur Zielscheibe von Betrügern geworden, berichtete handelszeitung.ch gestern. Internet-Kriminelle machen sich dabei die weite Verbreitung des Gratis-Messengers Whatsapp zunutze. Die Phishing-Betrüger versprechen einen Gewinn von 500 Franken und werben mit dem Logo der Migros.

Die für den Fischzug benutzte Telefonnummer 0848 324 689 ist beim Bundesamt für Kommunikation auf die Firma Echovox SA aus Carouge eingetragen. Diese versteht sich selbst als Dienstleister für mobiles Zahlen – und als Opfer in der Angelegenheit, wie Chef Jan den Bakker versichert.

Unüblich hohe Datenvolumina

Denn die Genfer Firma hat die Nummer ihrerseits an die holländische Firma Cellfie BV weitervermietet. Als die Systeme von Echovox heute Morgen ungewöhnlich hohe Datenvolumina bemerkten, habe man alle Dienstleistungen um 8 Uhr geblockt, so den Bakker. Der sprunghafte Anstieg der Aktivität habe die Systeme anschlagen und einen Betrug vermuten lassen.

«Einige hundert Nutzer sind vom Betrug betroffen», so den Bakker gegenüber handelszeitung.ch. Jetzt stelle man Abklärungen an, wer sich hinter der Aktion verstecke. Auch mit den Mobilkonzernen Swisscom, Salt und Orange wolle man zusammenarbeiten, um eine Lösung zu finden.

Betrüger aus Moldawien

Erste Rückschlüsse auf die Urheberschaft bietet die URL, die in der Whatsapp-Nachricht herumgereicht wurde. Diese ist seit zwei Wochen in den USA registriert, bei der Firma Privacy Guardian.

Privacy Guardian ist darauf spezialisiert ist, die wahren Besitzer einer Website zu verschleiern. Es gibt aber Hinweise, dass die Betrüger aus Moldawien stammen.

Viel Arbeit bei der Migros

Viel Arbeit wegen der Betrugsmasche hat der Kundendienst der Migros. Er wird überhäuft mit Anfragen. Die Migros hat den Rechtsdienst eingeschaltet.

«Hat sich jemand bereits beim Abodienst registriert oder ist sich dessen nicht sicher, sollte er sich am besten mit seinem Telekomanbieter in Verbindung setzen», sagt Sprecherin Martina Bosshard gegenüber «20minuten.ch».

 

 

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