Bei der Migros erfolgt der zweite Einschnitt. Vor rund drei Wochen sprach die Detailhändlerin die Entlassung von 150 Angestellten bei der Supermarkt AG aus. Jetzt trifft es die Migros-Industrie – also das Segment, das für die Gruppe die Eigenprodukte verantwortet und herstellt: Laut dem Onlineportal Inside Paradeplatz dürften dort mehr als 300 Beschäftigte am nächsten Dienstag die Kündigung erhalten.

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Der orange Riese selber hielt sich bedeckt zum Ausmass des Abbaus. «Wie mehrfach kommuniziert, überprüft die Migros Industrie aktuell ihre Strategie und künftige Positionierung innerhalb der Migros-Gruppe. Selbstverständlich informieren wir dazu transparent intern und extern, sobald Entscheide vorliegen. Am Dienstag, 18. Juni 2024, werden wir in der Migros-Industrie zu den Fortschritten dieser Arbeiten informieren», erklärt eine Konzernsprecherin auf Anfrage von Blick.

Im vergangenen Jahr hatte die Migros in ihrer Industrie 13'225 Angestellte. Das waren knapp 100 Menschen weniger als im Jahr 2022.

Neuer Chef will sparen

Hintergrund des Abbaus ist, dass die Migros unter ihrem neuen Konzernchef Mario Irminger (59) sparen will nach einem markanten Gewinneinbruch im Jahr 2023. Der Detailhändler hatte bereits im Februar bekannt gegeben, dass im Zuge der Neustrukturierung rund 1500 Stellen im Konzern abgebaut würden.

Zudem sucht die Migros seither neue Besitzer für ihre Reisetochter Hotelplan Group, die Kosmetik- und Hygienetochter Mibelle sowie die beiden Fachmärkte Melectronics und SportX. Damit wird der Personalbestand des Konzerns noch weiter sinken.

Zuletzt gab der Konzern Anfang Monat den Verkauf der erst im Jahre 2020 gegründeten Tochtergesellschaft Misenso bekannt, die das Geschäft mit Hörgeräten und Augenoptik betreibt. Übernommen wird Misenso von der österreichischen Neuroth-Gruppe. Neuroth wird die 25 Fachgeschäfte von Misenso mit den gut 200 Mitarbeitern an den bisherigen Standorten weiterführen.

(Mit Material der sda)

Michael Hotz
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