Die Geschäftsidee?
Exeon Analytics entdeckt Cyberbedrohungen in den IT-Netzwerken grosser Firmen durch Machine Learning und Big-Data-­Algorithmen und stoppt sie.

Wie ist sie entstanden?
Die Grundlage wurde durch Forschung am Zurich Information Security and Privacy Center (ZISC) der ETH Zürich gelegt. Eine grössere Schweizer Organisation fand die Forschungsansätze interessant, schlug deren praktische Umsetzung vor und wurde Exeons erster Kunde.

Warum der Name?
Exeo heisst im Latein «weggehen/ver­lassen». Exeon analysiert genau dies: ­Datenströme, welche die Firmennetzwerke unserer Kunden verlassen.

Woher stammt das Startkapital?
Die ersten 18 Monate wurde das Unternehmen durch Kundengelder finanziert. 2018 wurde eine erste Kapitalrunde abgeschlossen, um das Wachstum zu beschleunigen.

Womit erzielen Sie die Umsätze?
Die Software wird im Lizenzmodell angeboten. Unsere Kunden bezahlen für die Anzahl analysierter Endpunkte und den Einbezug verschiedener Datenquellen.

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Die Vision?
Exeon als eine europäische Alternative im von den USA und Israel dominierten Security-Analytics-Markt zu etablieren.

Die grosse Stärke?
Unsere hoch spezialisierten Algorithmen, die bereits bei verschiedenen Kunden­projekten bewiesen haben, dass sie ­Cyberangriffe mit grösserer Sicherheit ­aufspüren als etablierte Konkurrenten. ­Zudem benötigen wir keine Hardware.

Die grösste Herausforderung?
Wir müssen sicherstellen, dass uns zukünftige Kunden kennen und zu Ausschreibungen einladen. Zudem müssen wir mit den langen Entscheidungszyklen unserer gros­sen Kunden umgehen können.

Der bisher grösste Erfolg?
Wir können zwei der fünf grössten Schweizer Banken unsere Kunden nennen.

Das Überraschendste bisher?
Wir waren anfangs überrascht, wie schwierig es insbesondere für grosse Firmen ist, die Aktivitäten von Geräten in ihrer eigenen IT-Infrastruktur zu verstehen. Glück­licherweise konnten wir unsere Software so ausbauen, dass sie nun genau in diesem Bereich sehr stark ist.

Der nächste Schritt?
Mit Hilfe unserer Partner weitere Kunden im DACH-Raum zu gewinnen.

Website: www.exeon.ch // Gegründet: August 2016 // Gründer: David Gugelmann (35), CEO // Firmensitz: Zürich // Anzahl Mitarbeiter: 10 // Umsatzziel für 2020: siebenstellig // Profitabel: in den nächsten drei Jahren.

 

Zwei Risikokapitalisten über die Chancen von Exeon

Stefan Kuentz ist Investment Partner bei Swisscom Ventures, der Firma für die Start-up-Beteiligungen des Carriers:

«Huhn-und-Ei-Problem»

«Ich kenne Exeon schon seit zwei Jahren, die Firma war in der Swisscom Startup Challenge unter den Top 5. Für ihre Lösung gibt es ein klares Marktbedürfnis, denn gerade in Grossfirmen wird gezielt Malware eingeschleust zur Erpressung. Viele Konzerne erkennen das Problem zu spät – wenn man die Gefahr frühzeitig auf Knopfdruck sichtbar machen kann, ist das eine grosse Value Proposition. Bei Grosskunden muss eine Lösung aber auch integriert werden, das kann lange gehen. Das erklärt auch, warum Exeon erst jetzt die ersten Verträge buchen kann. Nun ist die Schweiz für Security Software kein Hotspot, anders als etwa Israel. Das macht den Einstieg nicht leichter. Dass Exeon ein Start-up ist, hilft ebenfalls nicht: Gerade im Bereich Security will ein Grosskonzern mit Firmen zusammenarbeiten, die ein gewisses Gewicht haben und auch nächstes Jahr noch da sind – für Exeon das klassische Huhn-und-Ei-Problem. Anders als die Konkurrenz wie Darktrace, Vectra oder Cisco bietet Exeon eine reine Softwarelösung und geht das Problem sehr spezifisch an. Das ist ein klares Plus und bringt massive Vorteile beim Skalieren. Die Technologie ist ausgereift, aber die Kommerzialisierung fehlt noch. Das Entscheidende ist jetzt Wachstum, Wachstum, Wachstum: Exeon muss internationale Kunden gewinnen und sich einen Namen schaffen.»

 

Philipp Stauffer ist als Co-Gründer und Partner von Fyrfly Venture Partners seit 2001 im Silicon Valley aktiv:

«Sie müssen sich strecken»

«Der Markt für Sicherheitssoftware ist signifikant und wächst, weil Datenschutzgesetze und Compliance-Anforderungen immer konsequenter werden. Im Fall von Marriott etwa, wo 500 Millionen Kundendatensätze gestohlen wurden, war die Schadsoftware während vier Jahren im System. Mit einer Lösung, wie sie Exeon anbietet, hätte man das viel früher entdecken und innerhalb von Tagen handeln können. Und im Ernstfall ist die Reaktionsgeschwindigkeit entscheidend.  Mir gefällt, dass Exeon eine reine Softwarelösung bietet: leicht zu integrieren in die konstant wechselnde IT-Landschaft von Grossfirmen und gut zu skalieren. Das unterscheidet Exeon auch von der namhaften Konkurrenz in diesem Bereich. Auch das Team um den Gründer macht mir einen guten Eindruck, es hat grosse Expertise im Bereich Cybersecurity. Die Firma bekommt jetzt langsam Traction mit grösseren Kunden, das ist auch dringend nötig. Aber es muss die Anfangserfolge international bestätigen, am besten in den USA. Das Produkt von Exeon ist ideal, um diese Expansion kosteneffizient durchzuführen. Dass das Team zu konservativ ist und noch immer zu sehr auf die Schweiz fokussiert, ist meine Hauptkritik. Dabei hätte Exeon grosse Chancen, ein international wichtiger Player in Cybersecurity zu werden. Sie müssen sich strecken und die Gelegenheit nutzen!»

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