Ab Juni hat Monica Dell'Anna beim Arbeitsvermittler Adecco das Sagen. Die promovierte Ingenieurin übernimmt die Aufgabe von Nicole Burth, die gemäss Mitteilung 15 Jahre lang für Adecco tätig war und die Ländergesellschaft seit September 2015 führte.

Dell'Anna übernimmt die Leitung der Adecco Gruppe Schweiz in einer schwierigen Zeit. Die Auswirkungen der Corona-Krise lasten schwer auf dem Arbeitsvermittler: Im ersten Quartal ging der Umsatz (bereinigt) um 11 Prozent zurück, im Lockdown-Monat April kämpfte Adecco gar mit einem Minus von 30 bis 40 Prozent.

Langjährige Führungs- und Managementerfahrung

Doch Monica Dell'Anna, die Ende April 2020 zum Unternehmen gestossen ist, gilt als erfahrene Managerin. Vor allem im Bereich der digitalen Transformation hat die italienisch-schweizerische Doppelbürgerin langjährige Führungs- und Managementerfahrung.

Über zehn Jahre war die 49-Jährige in verschiedenen Führungspositionen bei der Swisscom tätig. Dort verantwortete sie unter anderem als Head of IT Transformation einen Digitalisierungsschub.

2016 folgte der Wechsel zur NZZ. Davor war sie als Leiterin des Geschäftsbereichs Markt Mitglied der Konzernleitung der BKW AG.

Mitglied der NZZ-Geschäftsleitung

Bei der Zürcher Mediengruppe startete sie als Leiterin des Geschäftsbereichs Business Medien und verantwortete die NZZ-Konferenzen – zu denen das Swiss Economic Forum oder Zurich Film Festival gehören –, ferner die Wirtschaftsplattformen Moneyhouse und die Online-Architekturplattform Architonic. Dabei war sie Mitglied der Geschäftsleitung.

Mit der Umstellung der Organisationsstruktur Anfang 2019 bekam auch Dell'Anna einen neuen Posten: Fortan agierte sie als Leiterin Produkte – zuständig für Produktentwicklung und Customer Experience, Business Development und Portfoliomanagement sowie die Zusatzgeschäfte. Zudem oblagen ihr weiterhin die Business Medien, für die sie bereits seit 2016 zuständig war.

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Im Video spricht Monica Dell'Anna am Swiss Telecommunication Summit 2018 in Bern über die Chancen und Risiken bei der Einführung neuer Schlüsseltechnologien:

Nur drei Monate später kehrte Dell’Anna per Anfang April 2019 der NZZ-Mediengruppe überraschend den Rücken – «um sich neuen Herausforderungen zuzuwenden», wie es kommuniziert wurde. Genaueres zum überraschenden Abgang war der Mitteilung nicht zu entnehmen.

Ihre Karriere startete die Mutter von zwei Kindern, die bereits seit fast 20 Jahren in der Schweiz lebt, in der Forschung, anschliessend stieg sie als Beraterin bei McKinsey in die Privatwirtschaft ein.

Sie hatte Elektrotechnik in Italien studiert und hat ein Doktorat in Telecommunications Engineering des King’s College in London. Seit 2018 sitzt Dell’Anna zudem im Verwaltungsrat von Swissquote.

(ccr)

«Die Attraktivität der Schweiz gilt es zu bewahren»

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