In ihren chinesischen Läden verkaufte die Swatch Group im April bislang 24 Prozent mehr als im April 2019. Dies sagte Konzernchef Nick Hayek in einem Interview mit dem «Blick».

«Die Leute kompensieren, da sie jetzt kein Geld ausgeben können. Sie wollen sich emotional etwas Gutes tun ­– und Uhren sind etwas Emotionales», erklärte Hayek. Und weiter: «Unsere Kinderuhr Flik Flak wird im Moment im E-Commerce so stark gekauft wie selten. Wahrscheinlich auch, weil es vielleicht der Moment ist, um Geschenke zu machen.»

Unabhängiger von Lieferanten

Der Uhrenkonzern wurde und wird durch die Geschäftsschliessungen von Hongkong bis Los Angeles massiv getroffen. Insgesamt äusserte sich Hayek aber optimistisch: «Die Swatch Gruppe ist sehr gut aufgestellt, keine Schulden, nicht abhängig von den Banken, oder noch schlimmer von der Börse, und wir produzieren fast alles selber hier in der Schweiz. Das macht uns auch unabhängiger von ausländischen Lieferanten. Dazu kommt, dass wir ein grosses Lager an Fertigprodukten und Rohmaterial haben.»

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Die Politik des Bundesrates seit der Verkündigung der Lockerungsmassnahmen kritisiert der Uhrenmanager heftig: «Bei all seinen Ausführungen war klar eine Verunsicherung und Angst vor der schrittweisen Öffnung spürbar.»

Botschaft der Aufbruchstimmung

Am Anfang der Krise, als der Bundesrat den Notstand ausrief, seien die Botschaften noch klar und nachvollziehbar gewesen. Bei den Lockerungen hätten die bundesrätlichen Ausführungen aber einen katastrophalen Eindruck erzeugt.

Bei Alain Berset sei die Angst vor der schrittweisen Öffnung spürbar gewesen: «Hier hätte es einen Botschaft gebraucht, die Aufbruchstimmung auslöst», betonte er.

Es gehe ihm dabei vor allem um eine schnelle Rückkehr zu einer gewissen Normalität – ohne ein Klima der Angst und Verunsicherung.

(sda/gku/rap)