Kuoni steht Kopf – der Reisedienstleister beschleunigt nach der Trennung vom klassischen Reisegeschäft und einem weiteren Quartalsverlust seinen Strategieumbau. Das Unternehmen trennt sich von seiner kompletten Führungsriege. Im Bereich der Gruppenreisen werden ausserdem 350 Vollzeitstellen abgebaut.

So sind verschiedene Standortverlagerungen und ein Abbau von rund 350 Vollzeitstellen geplant.  Über zwei Jahre werden Stellen vor allem in Asien und Europa, aber auch in der Schweiz gekürzt werden. Der Abbau soll hauptsächlich über natürliche Fluktuation erfolgen, es wird laut Unternehmen aber auch zu Kündigungen kommen. Mit diesem Restrukturierungsprogramm soll die Kostenbasis um über 30 Millionen Franken reduziert werden.

Neues Duo an der Spitze

Der bisherige Chef Peter Meier muss seinen Sitz räumen. Er war rund anderthalb Jahre im Amt. Neuer Konzernlenker wird per sofort Zubin Karkaria, der bisherige Leiter der profitablen Division VFS Global. Den von ihm gegründeten Visa-Dienstleister wird er auch weiter führen.

Die Österreicherin Prisca Havranek-Kosicek fungiert künftig als Finanzchefin. Sie tritt die Nachfolge von Thomas Peyer an, der sein Ausscheiden für 2016 bereits angekündigt hatte. Mit diesen Sesselwechseln sei die Umbildung der Konzernspitze abgeschlossen, hiess es in einer Mitteilung von Kuoni.

Ergebnis deutlich im Minus

Die Zahlen für die ersten neun Monate mit einem wie erwartet tiefroten Ergebnis verkommen dabei zum Nebenschauplatz. Der Umsatz lag nahezu unverändert bei 2,56 Milliarden Franken. Der Gewinn vor Steuern fiel allerdings um 70 Prozent geringer aus als im Vorjahresquartal und lag bei 20,5 Millionen Franken. Unter dem Strich lag das ausgewiesene Ergebnis deutlich im roten Bereich mit -293,3 Millionen Franken. Allerdings sind hierin die Verluste der nicht-fortgeführten Aktivitäten sowie mit dem Verkauf verbundene Aufwendungen enthalten.

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Nach dem Verkauf des Reisebürogeschäfts zeigt die Kuoni Group einige Anlaufschwierigkeiten. Das Geschäft mit Visas (VFS Global) und mit Hotelübernachtungen (Global Travel Distribution GTD) konnten sich im dritten Quartal gegenüber der Vorjahr steigern. Das Geschäft mit Gruppenreisen (Global Travel Services GTS) jedoch schreibt weiterhin Verluste. Dieser Bereich, der vor allem unter einem Nachfragerückgang in Japan leidet, soll darum umfassend restrukturiert werden, wie Kuoni Group am Donnerstag mitteilte.

(me, mit Material von sda und awp)