Institutionellen Investoren stehen viele Möglichkeiten offen, im Vorfeld einer Generalversammlung ihre Aktienstimme abzugeben – via Internet. Nun ermöglicht das Zürcher Start-up Agilentia auch Privatanlegern die elektronische Stimmerteilung. Im Dezember wurde die sogenannte OnlineGV ins Netz gestellt. Seither haben die Firmen Aryzta, Nobel Biocare und Alpine Select den elektronischen Dienst eingesetzt – ohne Pannen.

Gratis. «Wir wollen nicht einfach die Generalversammlung ins Internet verlegen», betont Agilentia-Geschäftsführer ­Tobias Häckermann. Zwar ist die Stimmabgabe das Herzstück der OnlineGV. Daneben können aber die angeschlossenen Firmen zusätzlich zu den Traktanden Unterlagen aufschalten, die der Information der Aktionäre dienen. Während der GV lassen sich weitere Dienste anbieten wie unterstützende Präsentationen, Bildübertragung, Sprachübersetzungen und weiteres. «Das Interesse ist gross», freut sich der Geschäftsführer. Unter den Interessenten seien auch einige grosse Konzerne zu finden.

Der Aktionär muss für die Nutzung der OnlineGV nichts berappen. Für die Kosten kommt alleine die Firma auf. Ein mittelgrosses Unternehmen muss «mit einem tieferen fünfstelligen Betrag rechnen», sagt Häckermann. In diesem Preis ist alles inbegriffen, also auch die Schulung. Reine Online-Generalversammlungen wird es aber auch künftig nicht geben; der Gesetzgeber lässt dies nicht zu. Doch nur schon als Ergänzung zur örtlich abgehaltenen Versammlung ist die OnlineGV der Aktionärsdemokratie höchst förderlich.

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