Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Um das Zuger Auktionshaus Ricardo.ch ist ein Rennen entbrannt, seit die südafrikanische Besitzerin, der Medienkonzern Naspers, angekündigt hat, dass sie sich aus Westeuropa und damit aus der Schweiz zurückziehen wolle. Mit etwas Verzögerung dürften nun bis Ende Januar die Final Offers abgegeben werden, sagt ein mit dem Deal Vertrauter.

Entgegen den von der Nachrichtenagentur Bloomberg kolportierten 500 Millionen US-Dollar liegt der Kaufpreis zwischen 150 und 250 Millionen Franken. Zwar weist Ricardo einen Umsatz von 660 Millionen Franken aus. Das ist indes bloss der Warenumsatz. In den Büchern bleibt ein Wert von rund 50 Millionen Franken stehen. Die Betriebsgewinnmarge (Ebitda) soll sich auf etwa 40 Prozent belaufen.

Auch die Migros und die Post im Rennen

Ob solcher Traummargen buhlen nicht bloss die Medienunternehmen ­Ringier und Tamedia um Ricardo. Wie BILANZ aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, sind auch die Migros und die Post im Rennen. Selbstverständlich ist auch Branchenprimus eBay dabei.

Zwischen Migros-Chef Herbert Bolliger und Ringier-CEO Marc Walder hat es gar Gespräche über ein gemeinsames Angebot gegeben. Das hat sich allerdings wieder zerschlagen. Auch könnte die ­Migros-Kriegskasse schon bald anderweitig angezapft werden, nachdem Kuoni jüngst den Verkauf des Reisegeschäftes angekündigt hat (siehe «Gestrandet» auf Seite 36). Migros-Tochter Hotelplan wird sich das genau anschauen.