Wie er so dasitzt und im Plauderton von den Glücksfällen in seinem Leben erzählt, würde man nie auf einen Staatsdiener schliessen, der die Last einer hohen sozialen Verantwortung trägt. Philipp Hildebrand, jüngstes Direktoriumsmitglied in der Geschichte der Schweizerischen Nationalbank (SNB), zieht einen mit Leichtigkeit in seinen Bann. Gerade aus Jackson Hole im Mittleren Westen zurückgekehrt, wo sich auf Einladung der Federal Reserve Bank of Kansas City jeweils im Spätsommer eine handverlesene Schar internationaler Finanzgrössen trifft, berichtet Hildebrand in leuchtenden Farben von der «einmaligen Atmosphäre» vor Ort und der aufgekratzten Stimmung beim Abschluss-Barbecue.

Mit seiner unbekümmerten, legeren Art verkörpert Philipp Hildebrand die Antithese dessen, was man sich typischerweise unter einem Zentralbankfunktionär vorstellt. Er wirkt weder verknöchert noch konservativ, unterhält seine Gesprächspartner mit der Routine eines erfahrenen Conférenciers und verzichtet auf unnötige Formalismen. Sein Büro im SNB-Hauptsitz an der Zürcher Börsenstrasse – der gleiche düstere Raum, in dem schon Bruno Gehrig residierte – hat der mehrfache Schweizer Meister im Schwimmen mit einer Schwarzweissfotografie der Boxlegende Cassius Clay dekoriert. «Er ist ein sportliches Idol», erklärt Hildebrand, der nach seiner Aktivzeit als Schwimmer selber zu boxen anfing.

Wer mit vierzig Jahren den Sprung an die Spitze der SNB schafft, muss über ungewöhnliche Qualitäten verfügen. Der neue Vorsteher des III. Departements, verantwortlich für die Umsetzung der Geldpolitik am Markt, die Anlage der Devisenreserven und den Zahlungsverkehr in der Schweiz, ist nicht nur jung, weit gereist und international aufs Beste vernetzt. Er sei, heisst es, auch sehr reich. «Ich hatte das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein», sagt der athletisch gebaute Währungshüter, der, gemessen an der Höhe seines Privatvermögens, für den Rest seiner Tage ausgesorgt hat.

Schon als Student entwickelte Hildebrand eine besondere Beziehung zu den Reichen und Mächtigen dieser Welt. Am World Economic Forum (WEF) in Davos schlüpfte er während Jahren in die Rolle eines Kofferträgers, wie er es im Rückblick selbst nennt. Im Auftrag von Forumsgründer Klaus Schwab übernahm er die verschiedensten Jobs – vom Kaffeeholen bis zum Herumchauffieren der illustren Symposiumsteilnehmer. Auf Grund seiner raschen Auffassungsgabe und seines Charmes fand sich Hildebrand rasch in derjenigen Studenten-Hilfstruppe wieder, die mit den echten VIPs in Tuchfühlung kam: Regierungschefs, Finanzminister und prominente Grossindustrielle. «Besonders spannend war es immer dann, wenn man live mit dabei sein konnte, wenn zwei Staatsmänner etwas zu besprechen hatten», erinnert er sich.

Dass Englisch zu seiner zweiten Muttersprache geworden ist, verdankt er einem anderen, nicht eben alltäglichen Umstand. Seit seiner Jugend bewegt sich der Weltenbummler schier unablässig zwischen der Schweiz und dem angelsächsischen Raum hin und her. Ende der Siebzigerjahre wurde sein Vater, ein gelernter Schreibmaschinenmechaniker, der für IBM tätig war, in die USA versetzt. In einem Provinznest in Connecticut besuchte Philipp vier Jahre lang die Highschool und lernte bei dieser Gelegenheit zusammen mit seinen zwei jüngeren Geschwistern perfekt Englisch.

Nach der Matura in Zürich zog es ihn erneut über den grossen Teich. An der Universität von Toronto erwarb er 1988 den Bachelor of Arts. Zurück in der Schweiz, setzte er seine akademische Laufbahn mit einem Nachdiplomstudium am Genfer Hochschulinstitut für internationale Studien fort (Master’s Degree). Versehen mit einem Stipendium, begab sich Hildebrand schliesslich nach England, wo er 1994 an der Universität von Oxford in International Relations promovierte. Auch als Doktorand war Hildebrand viel auf Achse, hielt sich zu Recherchezwecken häufig in Brüssel auf und belegte Vorlesungen an der Europäischen Universität in Florenz (1992) und an der Harvard University in Cambridge (1993).

Als er den Doktortitel in der Tasche hatte, besann sich Hildebrand seines früheren Wirkens und trat beim WEF vorübergehend eine Stelle als Projektmanager an. Anstatt den VIPs ihre Skiausrüstung hinterherzutragen, bestand seine Aufgabe nunmehr darin, gescheite Seminarthemen auszuhecken, Podiumsdiskussionen zu organisieren und – vor allem – wichtige Leute nach Davos einzuladen. Klaus Schwab betraute den Politologen alsbald mit einer Sondermission: Hildebrand sollte versuchen, den Hedge-Fund-Strategen George Soros für das Forum zu gewinnen. Also reiste er nach New York und traf sich dort mit einem Managing Director von Soros’ Quantum Fund, Rob Johnson.

Die Mission war in doppeltem Sinne erfolgreich: Soros beehrte Davos beim nächsten Treffen mit seiner Anwesenheit, während Hildebrands Laufbahn – kaum hatte sie richtig begonnen – eine unverhofft steile Entwicklung nahm. Beim Wiedersehen in Davos schlug ihm Rob Johnson nämlich vor, als Strategieanalyst in die Hedge-Fund-Industrie einzusteigen. Der Quantum-Manager war gerade dabei, sich von Soros zu lösen, um bei Moore Capital Management (MCM), einem damals noch relativ unbekannten, wesentlich kleineren Hedge-Fund, anzuheuern. Hildebrand sagte zu.

Im Frühjahr 1995 quittierte er seinen Job beim WEF. Genau zum richtigen Zeitpunkt, wie sich herausstellen sollte. Das Projekt einer europäischen Einheitswährung trat damals gerade in seine heisse Phase. In Antizipation der mit dem Vorhaben verbundenen Zinskonvergenz begannen MCM und andere Makro-Hedge-Funds, im grossen Stil in Staatsobligationen europäischer Peripherieländer zu investieren. In seiner Doktorarbeit hatte sich Hildebrand eingehend mit den Brüsseler Institutionen und den Schwierigkeiten bei der Implementierung einer europaweiten Rechtsordnung auseinander gesetzt. Dieses Fachwissen entpuppte sich für seine neuen Arbeitgeber nun als überaus wertvoll.

1997 stieg Hildebrand bei MCM zum Partner auf. In seinen Zuständigkeitsbereich fiel die Beobachtung der Geld- und Fiskalpolitik in den wichtigsten Industriestaaten. «Mit Philipps analytischen Fähigkeiten, seiner profunden Marktkenntnis und seiner liebenswürdigen Art war es ihm möglich, an verschiedenen Fronten an der Spitze der Entwicklung zu bleiben», beschreibt sein damaliger Chef, MCM-Gründer Louis Bacon, dessen Vorzüge. «Wenn Sie so wollen, hatte er die Fähigkeit, um Ecken zu schauen».

Über das Innenleben der Geldfabrik lässt sich Hildebrand nicht viel Substanzielles entlocken. Nur so viel: Die Umsetzung der von den sechs MCM-Partnern gemeinsam festgelegten Anlagestrategie am Markt sei «letztlich immer Chefsache» geblieben. Er persönlich habe zudem nie in direktem Kontakt zu irgendwelchen Kunden oder Investoren gestanden: «Mit dem Verkauf hatte ich nichts zu tun», versichert Hildebrand, dessen Stärken ohnehin mehr im Bereich des diskreten Networking lagen. In regelmässigen Abständen flog er nach Washington, Frankfurt und Tokio und suchte dort den Kontakt zu Zentralbankoffiziellen und hochrangigen Regierungsvertretern. Auch bei der SNB in Zürich kreuzte er ab Mitte der Neunzigerjahre verschiedentlich auf und versuchte den helvetischen Währungshütern, wie sich einer von ihnen erinnert, «die Würmer aus der Nase zu ziehen».

Als die Wette auf die europäische Einheitswährung gelaufen war, erweiterte Philipp Hildebrand seinen geografischen Radius. Im Zuge der 1998 akut gewordenen Rubelkrise hielt er sich häufig in Moskau auf. «Innert Stunden nach Bekanntwerden der Zahlungsunfähigkeit hatte Philipp die wichtigsten wirtschaftlichen und politischen Entscheidungsträger getroffen und konnte mir mitteilen, was in Russland vor sich ging», erinnert sich Louis Bacon. Diese Episode mache deutlich, sagt der Hedge-Fund-Guru, «wie sich das Zusammenspiel von Wissen, guten Kontakten und Scharfsinn auszahlen kann». Den Fokus seiner Bemühungen, Informationen zu beschaffen, richtete Hildebrand in der Folge auf Destinationen wie Thailand oder Brasilien – Länder, die auf Grund schwindender Devisenreserven für spekulative Attacken besonders anfällig waren.

Hildebrands Arbeitspensum war in dieser Phase enorm. Über Zeitzonen und Sprachgrenzen hinweg hetzte er rund um den Erdball. Freie Wochenenden oder Ferien kannte man als Partner bei MCM nicht. «Es war eine fantastische Lebensperiode», schwärmt Hildebrand noch heute davon. «Ich bin sehr dankbar, dass ich das Glück hatte, diese einmalige Zeit zu erleben.» Gelohnt hat sich der Einsatz allemal: Als Teilhaber eines Anlagevehikels mit überragender Performance wurde Hildebrand innerhalb kürzester Zeit zum Multimillionär.

Kann einer, der in einer der undurchsichtigsten Branchen das grosse Geld gemacht hat, so einfach zum verlässlichen Notenbanker mutieren? Stellt ein «Paradiesvogel», wie Philipp Hildebrand zumindest phasenweise einer war, einmal an den Schalthebeln der Geldpolitik, für die Schweizer Volkswirtschaft kein Risiko dar? Gemessen an seinem Alter, sei Hildebrand «eine sehr gereifte Persönlichkeit», glaubt Bankratspräsident Hansueli Raggenbass, der den Einzug des vormaligen Währungsspekulanten ins oberste Nationalbankorgan tatkräftig vorgespurt hat. Bei den Hearings im Vorfeld der Wahl habe Hildebrand überzeugend dargelegt, dass er ein grosses persönliches Interesse an der SNB mitbringe, beteuert der Thurgauer CVP-Politiker: «Er will etwas für unser Land tun und ist ein sozialer Typ, dem es nicht ums Geld geht.»

Zu den Supportern des Hedge-Fund-Strategen zählt auch Bankratsmitglied Serge Gaillard. Neben Hildebrands ausgeprägter Kommunikationsfähigkeit und seiner breiten internationalen Erfahrung hat es dem Chefökonomen des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes vor allem dessen «angelsächsisches Verständnis» der Geldpolitik angetan. Mit der Forderung, dass eine Zentralbank nebst ihrem Primärziel – der Inflationsbekämpfung – immer auch die allgemeine Konjunkturlage im Auge behalten sollte, rennt Hildebrand in der Schweiz zwar offene Türen ein, grenzt sich damit in der Öffentlichkeit aber gleichwohl werbewirksam von der Fraktion der Monetaristen ab. Es handle sich bei ihm um «eine starke und unabhängige Persönlichkeit», die innerhalb des dreiköpfigen Direktoriums eine eigenständige Position werde einnehmen können, schätzt Gaillard: «Ich traue Hildebrand zu», sagt der volkswirtschaftliche Vordenker der Linken, «dass er dank seinen internationalen Kontakten neue Ideen in die Schweizer Geldpolitik einbringt.»

Weniger euphorisch klingt es, wenn man sich unter den Koryphäen des Fachs umhört. Hildebrands Nomination, heisst es da, beruhe nicht auf einem unwiderstehlichen Leistungsausweis, sondern sei das Resultat einer bereits im Vorfeld wegen politischer Sensibilitäten «massiv eingeschränkten Kandidatenauswahl». Der Neue im Führungstrio der Nationalbank sei mitnichten der geniale Überflieger, als der er in hymnischen Presseverlautbarungen nach Bekanntwerden seiner Wahl dargestellt worden sei, sondern vielmehr ein «Verhinderungskandidat». Dass Philipp Hildebrand an der Seite von zwei wesentlich erfahreneren Direktoriumsmitgliedern als geldpolitisches Leichtgewicht zu taxieren ist, lässt sich wohl kaum bestreiten. Zumindest anfänglich werden ihm Jean-Pierre Roth und Niklaus Blattner von der Sache her haushoch überlegen sein. Gespannt darf man jedenfalls sein, wie sich Hildebrand fachlich behauptet und ins Team integriert.

Abgesehen von Hildebrands fünfjährigem Engagement bei MCM, von dem niemand Genaueres weiss, hat er es bisher nirgends länger als ein paar Monate ausgehalten. Vor allem sein Zwischenspiel bei der Bank Vontobel, wo Hildebrand vorübergehend als Chief Investment Officer angestellt war, erwies sich als Schuss in den Ofen. Neben dem Formulieren einer gruppenweiten Anlagestrategie wurde ihm im Rahmen des You-Bankprojekts die Aufgabe zuteil, für die Konzeption einer elektronischen Asset-Management-Plattform zu sorgen. Als das You-Abenteuer zu Ende ging, verschwand auch Hildebrand augenblicklich von der Bildfläche. «Ohne sich von uns zu verabschieden, war er von einem Tag auf den anderen weg», erinnert sich ein Mitarbeiter aus seinem damaligen Umfeld. «Wenn an der Wall Street einer sagt, er gehe, dann geht er noch am gleichen Tag», rechtfertigt Hildebrand den abrupten Exodus. «Es macht dann keinen Sinn mehr, noch lange herumzuhängen.»

Wie lange er es wohl bei der SNB aushält? Auf eine Verweildauer von ein paar Jahren scheint sich Hildebrand immerhin einzustellen. Sofort nach der Wahl habe er sein Portefeuille der neuen Situation angepasst und sämtliche Positionen liquidiert, die zu Diskussionen hätten Anlass geben können, sagt er: «Ich besitze heute weder Aktien noch Derivate oder Hedge-Fund-Anteile.» Seine amerikanische Frau, eine ehemalige Devisenhändlerin, handelt heute in Genf mit zeitgenössischer Kunst und hat unlängst an der 25th Street in Manhattan eine Galerie eröffnet. In Colorado hat sich Philipp Hildebrand schon früher ein paar Quadratmeter Land angelacht, nennt auch in der Schweiz mittlerweile ein, zwei Immobilien sein Eigen und besitzt nach eigenen Angaben zudem verschiedene Wohnungen in städtischen Zentren wie Paris und New York. Sein Privatvermögen, das sich auf Dutzende von Millionen Schweizerfranken summieren dürfte, sei heute «extrem langweilig strukturiert», befindet er.

«In jedem öffentlichen Amt gibt es potenzielle Interessenkonflikte», weiss Hildebrand. «Im Fall einer Notenbank sind diese vermutlich am grössten.» Kein Wunder, sah sich die SNB vor dem Hintergrund seiner Zuwahl zu einer Überarbeitung ihrer internen Richtlinien veranlasst. Was bisher gefehlt hat, sind verbindliche Verhaltensregeln, die das Risiko minimieren, dass Spitzenfunktionäre der SNB aus ihrer privilegierten Position privaten Profit schlagen. Laut dem neuen Reglement, das dem Bankrat demnächst zur Vernehmlassung vorliegt, sind Anlageinstrumente wie etwa Zins- oder Währungsfutures, aber auch das Halten von Aktien und Obligationen von inländischen Einzelfirmen für die Währungshüter in Zukunft tabu. Aus Transparenzgründen sollen sich diese zudem zur Offenlegung ihrer Gesamtvermögenssituation gegenüber einer neutralen, externen Stelle verpflichten.

Allein mit institutionellen Vorkehrungen, wie engmaschig diese auch immer sein mögen, lassen sich Interessenkonflikte freilich nicht aus der Welt schaffen. Ob jemand eine privilegierte Position zum eigenen Vorteil ausnützt, bleibt letztlich immer eine Frage der Persönlichkeit und ihrer ethisch-moralischen Standards. «Bei jemandem, der die Märkte nicht aus eigener Erfahrung kennt, ist die Gefahr des Missbrauchs viel grösser», sagt Ex-Nationalbankdirektor Bruno Gehrig und nimmt seinen Nachfolger damit in Schutz. Gerade Hildebrands Erfahrung auf den internationalen Finanzmärkten mache ihn gegen solche Konflikte weitgehend immun, glaubt der Swiss-Life-Präsident, der die Kandidatur des ehemaligen Spitzenschwimmers hinter den Kulissen kräftig angeschoben hat. «Hildebrand bringt gute Voraussetzungen für die Leitung des III. Departements mit», pflichtet der erfahrene Geldtheoretiker Ernst Baltensperger bei. Um als Direktoriumsmitglied zu reüssieren, sagt der Berner Ökonomieprofessor, müsse er allerdings die nötige Distanz zu seiner alten Tätigkeit finden. «Hildebrand hat viele Vorschusslorbeeren erhalten», sagt Baltensperger. «Diese muss er jetzt bestätigen.»

Lehrmeister Louis Bacon
Geld scheffeln wie ein Halbgott


Louis Bacon? Nie gehört. Wie der aus North Carolina stammende Hedge-Fund-Guru aussieht, wissen nur Eingeweihte wie Philipp Hildebrand, der von 1995 bis 2000 für ihn gearbeitet hat. Selbst an der Wall Street, wo Bacons milliardenschwere Spekulationsvehikel regelmässig für riesige Umsätze sorgen, hat ihn kaum einer je zu Gesicht bekommen. Dabei ist dieser geheimnisumwitterte Mann einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten und geniesst in amerikanischen Finanzkreisen den Status eines Halbgotts. Im Windschatten weit bekannterer Lichtgestalten wie George Soros ist der frühere Arbeitgeber von Hildebrand mit seiner 1989 gegründeten Firma Moore Capital Management (MCM) zu einem der erfolgreichsten Hedge-Fund-Betreiber der USA aufgestiegen. Mit verwalteten Mitteln in Höhe von gegen zehn Milliarden US-Dollar ist Louis Bacon mittlerweile nicht nur einer der branchengrössten.


Unter den Draufgängern, die im globalen Wettspiel um Devisenkurse, Rohstoffindizes und Zinsderivate nach wie vor mit Milliardeneinsätzen dabei sind, besticht der 47-jährige Südstaatler auch durch eine beneidenswerte Kontinuität: Mit seinem Flaggschiff, Moore Capital Investments, hat Bacon seit 1990 eine durchschnittliche Nettoperformance von 31 Prozent pro Jahr erwirtschaftet. Das muss ihm erst einmal einer nachmachen.


Wie er das immer wieder schafft? Bacon verschlingt Charts und Diagramme im Multipack und ist für seine Detailversessenheit bei der Analyse bekannt. Am Ende entscheide er dann aber instinktiv. In seinem Gespür für den Markt gleiche er einem Tier, sagen solche, die ihn erlebt haben. «Vermutlich gibt es keinen Händler auf Erden, der bei vergleichbarem Anlagevolumen seine Risiken besser im Griff hat», glaubt der mit Bacon befreundete Paul Tudor Jones, seinerseits ein erfolgreicher Hedge-Fund-Stratege.