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Mobilität
Post investiert in deutsches E-Ticket

Postauto
Postauto: Der gelbe Kultbus meistert jedes Wetter. Quelle: Keystone

Die Post setzt auf ein elektronisches Ticket aus Deutschland. Der Bundesbetrieb investiert in ein Berliner Startup.

Veröffentlicht am 22.01.2018

Die Schweizerische Post beteiligt sich am Berliner Mobilitäts-Startup MotionTag. Der Bundesbetrieb gehört zu den Kapitalgebern in der jüngsten Finanzierungsrunde von 1,3 Millionen Euro. Zu den weiteren Geldgebern gehört die Investitionsbank des Landes Brandenburg, der ehemalige Chef des Tourismusunternehmes TUI und ein einstiges Mitglied der Thomas-Cook-Geschäftsleitung.

Das Berliner Jungunternehmen ist knapp zwei Jahre alt. Es hat eine elektronische Ticketing-Lösung für Bus und Bahn entwickelt. Nutzer der App von MotionTag müssen einmal nach rechts wischen, bevor sie den Zug oder Bus besteigen. Ein Auschecken ist nicht nötig. Die App berechnet selbstständig, welche Strecke der Passagier zurückgelegt hat und verrechnet den jeweils günstigsten Tarif. Die Post hat das System im Mai 2017 in den gelben Postbussen getestet.

Konkurrenz in der Schweiz

Die Berliner sind mir ihrer Lösung nicht alleine. In der Schweiz am weitesten fortgeschritten ist die Ticket-App «Lezzgo», entwickelt vom Bahnunternehmen BLS. Die Anwendung wird seit mehreren Jahren im Schweizer Netz getestet. Auch die SBB und die Post haben das Produkt ausprobiert. Die Applikation kann seit wenigen Tagen schweizweit genutzt werden. Ein Novum hierzulande.

Grösster Mitbewerber ist «Fairtiq». Die Grundidee ist die gleiche: Nutzer aktivieren beim Einsteigen die App. Die App zeichnet dann mittels GPS-Ortung den Reiseweg auf und berechnet am Abend automatisch den Preis für die zurückgelegten Strecken. Dieser wird dann von der Kreditkarte abgebucht.

SBB setzt auf «Fairtiq»

Die Technologie von Fairtiq soll noch in diesem Jahr in die SBB-Preview-App integriert werden. Ende des ersten oder Anfang des zweiten Quartals soll es so weit sein.

Ein drittes System stammt von der SOB aus St. Gallen. Ihre «Abilio» genannte Ticketplattform wurde im letzten Oktober offiziell lanciert. Davor lief ein längerer Testversuch. Laut der «Zürichsee-Zeitung» bleibt die SOB-App aber weitestgehend ungenutzt. Im Schnitt wurden seit Beginn pro Tag nur gerade knapp 20 Billette verkauft, so das Blatt.

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